Die Verbreitung von Radioprogrammen über UKW soll nun doch erst Ende 2024 abgeschaltet werden. Auf dieses – ursprüngliche – Datum haben sich die Schweizer Radios verständigt (persoenlich.com berichtete). «Dieser Entscheid zeigt, wie unnötig, unüberlegt, umweltschädlich und konsumentenfeindlich der überstürzte UKW-Abschaltplan der SRG und der Privatradios war», sagte Medienpionier Roger Schawinski am Donnerstag auf Anfrage von persoenlich.com.
Das neue Abschaltdatum von Ende 2024 berücksichtige jedoch «in keiner Weise» den Kern der Problematik. «Sie bezieht sich nicht auf die reale Radionutzung, die allein entscheidend sein sollte, sondern auf das Auslaufen der privaten Radiokonzessionen», so Schawinski. «Doch auch bei der Vergabe der neuen Konzessionen muss man der technischen Entwicklung Rechnung tragen, denn auch 2024 werden wohl über eine Million Schweizer Autos keinen DAB-Empfang haben. Sie alle werden auch in Bezug auf die Verkehrssicherheit noch während Jahren auf UKW angewiesen sein.»
Die Politik sei nun aufgefordert, sich in diesen Prozess einzubringen und ihn nicht den privaten Radioveranstaltern zu überlassen, «die ihre Konzessionen erhalten haben, um eine optimale Servicefunktion für die Gesellschaft und die Bedürfnisse der Radiohörer zu erbringen». Auch die SRG müsse sich jetzt aktiv in diese Diskussion einbringen, die sich bisher konsequent hinter den privaten Radioveranstaltern versteckt habe. «Als Monopolanstalt soll sie ihren Versorgungsautrag für die gesamte Bevölkerung berücksichtigen, und diese betrifft nicht nur die Senderseite, sondern im gleichen Masse die Empfangsmöglichkeiten eines wichtigen Teils der Radiohörer», so Schawinski weiter. (cbe)
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29.08.2021 14:27 Uhr
27.08.2021 11:20 Uhr
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