30.05.2024

Energy

Roger Spillmann verlässt die Radiosender

Nach über 20 Jahren bei der Energy-Gruppe hat der Chief Radio Officer seine Kündigung eingereicht. Er verlässt Energy Schweiz per Ende Jahr. «Es ist keine Flucht, und es muss jetzt auch nicht sofort vonstattengehen», so der 45-Jährige zu persoenlich.com.
Energy: Roger Spillmann verlässt die Radiosender
«In über 20 Jahren gibt es natürlich etliche Höhepunkte. Was mir aber immer bleiben wird, sind die Menschen», so Roger Spillmann, Chief Radio Officer von Energy Schweiz. (Bild: zVg)

Roger Spillmann, Chief Radio Officer bei Energy Schweiz, verlässt die Radiogruppe per Ende Jahr. Der 45-Jährige verantwortet derzeit die Moderation, Redaktion und Produktion von acht Energy-Sendern sowie die Content-Abteilungen Musik, On-Air-Promotion, Audioproduktion und Social Media. Eine Nachfolge für Spillmann werde intern und extern gesucht, wie es gegenüber persoenlich.com heisst. Am Donnerstag wurde das Team informiert.

Roger Spillmann, nach über 20 Jahren verlassen Sie Energy. Was gab den Ausschlag dazu?
Es war ein Prozess. Ich bin schon länger im Gespräch und Austausch mit Energy. Das Jubiläumsjahr 2023 mit dem 20. Geburtstag von Energy in der Schweiz und dem Energy-Air-Heimspiel im Stadion Letzigrund in Zürich wollte ich unbedingt noch in einer tragenden Rolle mitmachen.

Danach wollen Sie zu neuen Ufern aufbrechen. Haben Sie schon konkrete Pläne?
Noch nicht. Wir wollten jetzt zuerst gemeinsam sauber das Team informieren. Alles Weitere folgt nun in den nächsten Wochen und Monaten.

Sie verlassen die Energy-Gruppe erst Ende Jahr – und bereits jetzt haben Sie intern Ihren Abgang kommuniziert. Weshalb so früh?
Nach einer solch langen Zeit war es mir wichtig, alle meine langjährigen und loyalen Mitarbeitenden sowie meine Vorgesetzten frühzeitig und transparent in meine Gedanken einzuweihen. Es ist keine Flucht, und es muss jetzt auch nicht sofort vonstattengehen. Ich freue mich auf die nächsten Monate – wir haben noch einiges vor …

Wenn Sie wünschen könnten: Auf welche Jobangebote hoffen Sie?
Einen Anruf von der «Roger Federer Foundation» würde ich mit grosser Freude entgegennehmen.

Blicken wir zurück: Sie starteten als Praktikant bei Energy. Erinnern Sie sich an Ihren ersten Arbeitstag?
Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Der Sendestart von Energy Zürich am 15. August 2003 war magisch und unvergesslich. Mit Roman Kilchsperger im Studio. Der ersten Ausgabe des legendären Radioformats «Bärchen & Hasi». Und auch die Stars waren überall in Zürich – mit lebensgrossen Pappfiguren von Robbie Williams, Pink, Christina Aguilera oder Eminem.

Mittlerweile leiten Sie acht Sender mit 60 Mitarbeitenden. War die Karriereleiter Ihr erklärtes Ziel?
Ich wollte eigentlich Sportkommentator werden und rannte schon auf dem Schulhausplatz Rudolfstetten mit einem Kassettengerät und Mikrofon über den Platz. Mit dem Einstieg in die Radiowelt erhoffte ich mir eine steile Moderationskarriere vor dem Mikrofon. Man sagte mir aber schon zu Beginn und in aller Deutlichkeit, dass meine Stimme dafür zu unpassend sei. Somit ging's dann in den Hintergrund, und ich wurde ein leidenschaftlicher Produzent, danach Programmleiter und zuletzt Gesamtverantwortlicher für den Bereich Radio und Content.

Dazwischen liegen vermutlich Höhen und Tiefen. Können Sie ein Highlight herauspicken?
In über 20 Jahren gibt es natürlich etliche Höhepunkte. Was mir aber immer bleiben wird, sind die Menschen. Die allerbesten, kreativsten und innovativsten Radiomacherinnen und -macher der Schweiz stehen oder standen bei Energy schon irgendeinmal in einer tragenden Rolle vor dem Mikrofon, vor einer Kamera oder auf einer Eventbühne. Das Team ist schlicht grossartig.

«Wir alle standen unter Schock und gefühlt auf der Strasse»

Und welches Ereignis würden Sie am liebsten aus Ihrem Gedächtnis streichen?
Energy Zürich verlor 2008 die UKW-Konzession. Wir alle standen unter Schock und gefühlt auf der Strasse. Ein Tiefpunkt. Was danach aber passiert ist, war einzigartig. Tausende sind auf Facebook diversen «Pro Energy»-Gruppen beigetreten und haben ihrem Unmut Luft gemacht. Über 100'000 Personen unterschrieben eine Petition gegen diesen Entscheid. Mit dem Song «Stahn uf» protestieren zahlreiche Schweizer Künstler, sie stiegen in den Single-Charts direkt auf Platz eins ein. Und im Oktober 2009 folgten rund 4000 Menschen dem Aufruf von Energy Zürich und haben sich auf dem Zürcher Bürkliplatz zur Solidaritätsaktion «Energy4ever» versammelt.

In den letzten Jahren gab es endlose Diskussionen über die UKW-Abschaltung. Hand aufs Herz: Hören Sie auf irgendeinem Gerät noch über UKW?
Insgesamt macht Radionutzung über digitale Empfangswege 80 Prozent aus. Und auch ich konsumiere Radio und Audio ausschliesslich über DAB+ oder Streaming. Ich hätte mir gewünscht, dass die digitale Migration in der Schweiz schneller und mutiger vorangeht.

Anfang 2022 haben Sie mir in einem Interview gesagt, dass bei Ihnen zu Hause dank Ihres Sohnes auch «Leo Lausemaus» auf seiner Toniebox oder «Bi-Ba-Butzemann» via Alexa Smart Speaker laufe. Was ist derzeit angesagt im Hause Spillmann?
Aktuell läuft bei meiner zweijährigen Tochter «Peppa Wutz» in der höchsten Rotation und bei meinem Sohn «Paw Patrol» in der Endlosschlaufe.

Wenn Sie Ende Jahr die Energy-Gruppe verlassen haben: Auf welchen Sender schalten Sie um?
Vintage Radio. Meine zweite grosse Radio-Liebe neben Energy.


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