23.08.2020

Radio SRF 1

Rouven Born verlässt die Schweiz

Der Produzent und Redaktor wandert nach Venezuela aus. Er folgt seinem Partner, der dort Schweizer Botschafter wird. «In dieser Rolle muss ich mich erst zurechtfinden», sagt der 41-Jährige.
Radio SRF 1: Rouven Born verlässt die Schweiz
Hat bald seinen letzten Arbeitstag: Journalist Rouven Born, hier am Freitagmorgen noch vor der Sendung. (Bild: Sandra Schiess)

Am Freitag um 9 Uhr war Rouven Born zum letzten Mal auf Radio SRF 1 zu hören. Nach über 6,5 Jahren verlässt der Produzent, Redaktor und Reporter am Montag den Sender. «Ich weiss noch genau, wie ich in der Küche stand, kochte, und mein Partner nach Hause kam, sich neben mich hinstellte und sagte: ‹Sie haben mich gefragt, ob ich Botschafter werden will. In Venezuela.› Ich antwortete sofort: ‹Ja. Mach das. Und ich werde mitkommen.› Das war ein Bauchentscheid», so Born auf Anfrage von persoenlich.com.

Dann sei alles sehr schnell gegangen, sein Partner durchlief den Selektionsprozess und erhielt den Job per 1. September. «Und mir wurde bewusst, dass ich nun sofort kündigen muss. Das war der härteste Part: Mein Radio SRF 1, das Radio, das ich so liebe! Ausserdem bin ich ein Radiomensch durch und durch. Radio machen ist so spannend. Das alles aufzugeben war schon hart und ist es auch jetzt noch», so Born. Und dennoch wollte er mal einen Schritt zurück machen und «den Chopf verlüfte». Jetzt sei genau der richtige Moment dafür: «Meine Eltern, meine Freunde und ich sind gesund, und ich bin in einem Alter, wo ich sagen kann: Ja, ich finde in zwei, drei, vier Jahren wieder einen Job.» Der Botschafterposten ist auf zwei Jahre ausgelegt, könnte aber auf maximal vier Jahre verlängert werden.

«Ich bin nicht so diplomatisch»

Born hat noch keine konkreten beruflichen Pläne. Zuerst will er in Venezuela ankommen, das Land kennenlernen und seinen Partner unterstützen. «Ich repräsentiere mit ihm zusammen in Venezuela die Schweiz, und in dieser Rolle muss ich mich erst zurechtfinden. Denn im Gegensatz zu ihm bin ich einfach nicht so diplomatisch», so der 41-Jährige. Momentan lerne er intensiv spanisch – und er habe viele Projekte im Kopf. «Denn: Mein Radioherz schlägt ja weiter und da ist man dann auch immer bizli Journalist.»

Die Abschiedsparty bei Radio SRF 1 ist bereits vorbei – Born heulte dabei «Rotz und Wasser». «Das zeigt: Hey, hier läuft ganz vieles richtig. Logisch, es gibt bei SRF vieles zu verbessern – und es wird auch grad intensiv daran gearbeitet. Das ist richtig und wichtig», so Born. Im Radio-SRF-1-Team sei es verpönt gewesen zu sagen: «Das haben wir schon immer so gemacht.» Das Ziel sei, gutes Radio zu machen. «Ich glaube, das gelingt uns – oder jetzt: ihnen.»


Born war bei Radio SRF 1 Produzent, Redaktor und Reporter des Morgen- und Tagesprogramms sowie Redaktor Hintergrund für die Sendungen «Doppelpunkt» und «Input». Zuvor war er Morgenmoderator bei Radio Basel 1, Redaktor bei Radio Freiburg und Tagesverantwortlicher bei Radio Basilisk. Er absolvierte die Diplomausbildung Journalismus am MAZ.


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KOMMENTARE

Lotti Berner
22.08.2020 13:32 Uhr
Lieber Rouven Ich werde deine Stimme am Radio vermissen, aber ich wünsche dir einen spannenden, lehrreichen und tollen Lebensabschnitt in Venezuela. Herzliche Grüsse Lotti
Peter Born
22.08.2020 12:07 Uhr
Der damalige Konfirmandenspruch von Rouven: Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh auch Wege die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub. (Antoine de Saint-Exupéry) Entsprechend hat er seine Laufbahn bis zum heutigen Tag gestaltet und es geht weiter, denn… das Leben aufschieben heisst, es zu verpassen. Mach`s gut mein lieber Sohn!
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