20.06.2010

SRG

Rudolf Matter soll neuer Superdirektor werden

Die Würfel sind gefallen.

Der Chefredaktor von Radio DRS, Rudolf Matter, soll heute zum Superdirektor für die deutschsprachigen Radio- und Fernsehprogramme der SRG gewählt werden. Das schreiben die "SonntagsZeitung", "SonntagsBlick", "Zentralschweiz am Sonntag", "NZZ am Sonntag" und der "Sonntag". Alle Medien berufen sich auf zuverlässigen Quellen. Dass das Gremium am Montag die Wahl ablehnt, sei so gut wie ausgeschlossen. Matter sei dem SRG-Verwaltungsrat als einziger Wahlvorschlag unterbreitet worden. Der 57-Jährige gilt als wirtschaftsfreundlich und wurde dafür intern kritisiert. Im Rennen um den neuen Posten dürfte dieses Image jedoch von Vorteil gewesen sein. Zumal der SRG-Regionalrat, der den Wahlvorschlag unterbreitet hat, bürgerlich dominiert ist. Mit Matter soll ein Gegengewicht zum neuen linksliberalen SRG-Generaldirektor Roger de Weck gesetzt werden.

Für Matter als Superdirektor sprach, dass er sowohl beim Fernsehen als auch beim Radio gearbeitet hat. Radio DRS und das Schweizer Fernsehen werden zurzeit fusioniert. Matter war unter anderem Redaktor und Produzent beim Schweizer Fernsehen, Chefredaktor von "Cash-TV" und Direktor der Programmplanung beim deutschen Nachrichtensender n-tv. Seit 2006 leitet er die Information von Radio DRS.

Filippo Leutenegger, FDP-Nationalrat und vormals Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, schied in einer früheren Phase aus dem Rennen der Bewerber aus. Im Nominationsausschuss der SRG war man sich offenbar weitgehend einig, dass ein interner Kandidat zum Zug kommen solle, der mit dem komplizierten Fusionsprojekt vertraut ist. Dem Direktor von Radio DRS, Iso Rechsteiner, wurde die mangelnde Fernseherfahrung zum Verhängnis. Auch Ueli Haldimann, der heutige Fernsehdirektor (SF) und eigentlicher Schreck der bürgerlichen Parlamentarier, ist definitiv aus dem Rennen gefallen.


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