25.03.2002

NZZ-Gruppe

"Schwarze Null" geschrieben

Erstmals seit 1996 eine Umsatz- und Ertragseinbusse.

Die Gruppe der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ist letztes Jahr in einem rauhen Gegenwind gestanden. Wegen des stark rückläufigen Inseratenmarktes sank der Umsatz um 3.5 Prozent auf 513.1 Mio. Franken. Der Vorjahresgewinn von 50 Mio. Franken brach auf eine "schwarze Null" ein. Aufgrund der verschlechterten Ertragslage soll die Dividende von 2000 auf 1000 Fr. halbiert werden. Gruppenweit (NZZ, St. Galler Tagblatt, Bund) habe sich der Anzeigenverkauf, der rund die Hälfte zum Gesamtumsatz beitrage, um 29 Mio. Franken oder 10.5 Prozent zurück gebildet, schreibt die NZZ in ihrer Samstagausgabe.

Gleichzeitig habe sich der Betriebsauswand um 5.8 Prozent erhöht, was zu einem "eigentlichen Absturz" des Betriebsergebnisses von 51.4 Mio. Fr. auf gerade noch 4.6 Mio. Fr. geführt habe. Zudem sei das Finanzergebnis, das in den den letzten vier Jahren jeweils zweistellige Millionengewinne abgeworfen habe, leicht negativ (-1.8 Mio. Fr.) ausgefallen. Dabei hätten die NZZ und das St. Galler Tagblatt immer noch Geld verdient. Grössere Verlustquellen seien dagegen bei der Bund-Gruppe und bei der Tele Ostschweiz zu orten. Namhafte Aufbaukosten bei NZZ Online und beim Ticket hätten die Rechnung zusätzlich belastet. Der Aufbau der NZZ am Sonntag habe die Rechnung 2001 noch nicht stark (etwa 1 Mio. Fr.) belastet.

Angesicht der insgesamt unbefriedigenden Ertragslage habe die Geschäftsleitung bereits im letzten Jahr auf die Kostenbremse getreten. Die Sparübung werde jedoch erst im laufenden Jahr ihre Auswirkungen haben. Da das Inserategeschäft in den ersten zwei Monaten schlecht angelaufen sei - minus 25 Prozent im Vergleich zum sehr hohen Vorjahresvolumen - rechne die NZZ-Gruppe ohne Berücksichtigung der "NZZ am Sonntag" mit einem nochmals leicht rückläufigem Umsatz. Ertragsmässig will die NZZ-Gruppe nach eigenen Angaben trotz der "naturgemäss erheblichen" Anlaufverluste der NZZ am Sonntag auf ein etwa ausgeglichenes Ergebnis kommen. Auf betrieblicher Ebene seien allerdings rote Zahlen kaum zu vermeiden.

"Trotz dieses eher unbefriedigenden Perspektive bei der Erfolgsrechnung halten sich die Zukunftssorgen auf der Chefetage in der NZZ-Gruppe in Grenzen", schreibt die NZZ weiter. Dies hänge mit der weiterhin sehr gesunden Bilanz zusammen. Diese weist bei einem verzinslichen Fremdkapital von weniger als 30 Mio. Fr. liquide Mittel von 50 Mio. Fr. und Finanzanlagen von 193 Mio. Fr. aus. (sda)


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