«Wir haben nichts gestört, nur verschönert», sagte Ruch dem SonntagsBlick. Er begründete die Störung damit, dass «niemand Nazis zur Hauptsendezeit im deutschen Fernsehen sehen» wolle. Ruch kritisierte, dass Weidel «ihre Propaganda» zur besten Sendezeit als «sachliche Information» tarnen könne.
Der Aktionskünstler zeigte sich verwundert über die Entscheidung der ARD, mit der AfD-Chefin ein Interview zu führen. Er fände es «schon allerhand», dass der Staat die AfD als Rechtsextremisten einstufe und die ARD auf die Idee komme: «Hey, lass uns doch ein lauschiges Gespräch am Fluss, mitten im Regierungsviertel, machen.»
Ruch wies Befürchtungen zurück, dass die AfD von der Störaktion profitieren könnte. «Ich sehe Weidel und die AfD gerne in der Opferrolle», sagte er dem SonntagsBlick. Er glaube nicht, dass jemand Interesse daran habe, «den deutschen Rechtsextremismus noch mal in der Täterrolle zu sehen».
Das «ARD-Sommerinterview» war durch Pfiffe, Buhrufe und laute Musik von Linksaktivisten gestört worden. Die Berliner Polizei ermittelt inzwischen wegen Verstössen gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz (persoenlich.com berichtete).
Der 44-jährige Ruch mit Schweizer Wurzeln lebte bis 1989 in Dresden und anschliessend in der Schweiz, bevor er 2001 nach Deutschland zurückkehrte. Er gründete 2008 das Zentrum für politische Schönheit, das mit provokanten Aktionen für Aufmerksamkeit sorgt. (cbe)
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28.07.2025 10:21 Uhr
27.07.2025 18:19 Uhr

