25.07.2025

ARD

Schweizer rechtfertigt Weidel-Störung

Aktionskünstler Philipp Ruch hat die Störung des «ARD-Sommerinterviews» mit AfD-Chefin Alice Weidel verteidigt. In einem Interview mit dem SonntagsBlick äusserte sich der Leiter des «Zentrums für politische Schönheit» zu der Aktion.
ARD: Schweizer rechtfertigt Weidel-Störung
Philipp Ruch, Leiter des «Zentrums für politische Schönheit» (hier 2019), rechtfertigt die Störung des «ARD-Sommerinterviews» mit AfD-Chefin Alice Weidel. (Bild: Keystone/DPA/Michael Reichel)

«Wir haben nichts gestört, nur verschönert», sagte Ruch dem SonntagsBlick. Er begründete die Störung damit, dass «niemand Nazis zur Hauptsendezeit im deutschen Fernsehen sehen» wolle. Ruch kritisierte, dass Weidel «ihre Propaganda» zur besten Sendezeit als «sachliche Information» tarnen könne.

Der Aktionskünstler zeigte sich verwundert über die Entscheidung der ARD, mit der AfD-Chefin ein Interview zu führen. Er fände es «schon allerhand», dass der Staat die AfD als Rechtsextremisten einstufe und die ARD auf die Idee komme: «Hey, lass uns doch ein lauschiges Gespräch am Fluss, mitten im Regierungsviertel, machen.»

Ruch wies Befürchtungen zurück, dass die AfD von der Störaktion profitieren könnte. «Ich sehe Weidel und die AfD gerne in der Opferrolle», sagte er dem SonntagsBlick. Er glaube nicht, dass jemand Interesse daran habe, «den deutschen Rechtsextremismus noch mal in der Täterrolle zu sehen».

Das «ARD-Sommerinterview» war durch Pfiffe, Buhrufe und laute Musik von Linksaktivisten gestört worden. Die Berliner Polizei ermittelt inzwischen wegen Verstössen gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz (persoenlich.com berichtete).

Der 44-jährige Ruch mit Schweizer Wurzeln lebte bis 1989 in Dresden und anschliessend in der Schweiz, bevor er 2001 nach Deutschland zurückkehrte. Er gründete 2008 das Zentrum für politische Schönheit, das mit provokanten Aktionen für Aufmerksamkeit sorgt. (cbe)


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KOMMENTARE

Werner Furrer
28.07.2025 10:21 Uhr
Dieser Störer ist ein eitler, politisch unbedarfter Wichtigtuer, der keine Ahnung hat von Demokratie und sich auch nicht dafür interessiert, sondern nur darum, selber in die Schlagzeilen zu kommen.
Victor Brunner
27.07.2025 18:19 Uhr
Mit der Störaktion hat Ruch und sein Gefolge Alice Weidel und der AfD geholfen. Wer demokratische Auseinandersetzungen verhindert fördert den Faschismus. Dumm gelaufen für den "Künstler" Ruch, die AfD Ehrenmitgliedschaft ist ihm sicher!
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