20.02.2021

Nebelspalter.ch

Selbsttragend in vier Jahren

VR-Präsident Konrad Hummler verrät weitere Details zum neuen Projekt von Markus Somm. Er will wieder publizistisch tätig sein, sagte er der Schweiz am Wochenende. «Im Moment sind wir ein Start-up», so Hummler.
Nebelspalter.ch: Selbsttragend in vier Jahren
Christoph Blocher gehöre nicht zum Kreis der Aktionäre des Nebelspalter, sagte Hummler der Schweiz am Wochenende. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Bereits in vier Jahren soll nebelspalter.ch, das neue Medienprojekt von Markus Somm, selbsttragend sein und nicht nochmals eine Kapitalrunde machen müssen. Dies erklärt VR-Präsident Konrad Hummler gegenüber der Schweiz am Wochenende (Artikel online nicht verfügbar).

«Im Moment sind wir ein Start-up», so Hummler, «aber wir haben einen entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zu ganz vielen Start-ups, die am Anfang nur Kapital verbrennen, können wir dank der bestehenden Printausgabe von Anfang an Rechnungen schreiben. Ein Start-up, das keinen positiven Cashflow hat, ist schwierig zu führen.»

Keine aktiven SVP-Politikerinnen und -Politiker

Hummler bekräftige, dass an der Klarsicht AG, die den Nebelspalter herausgibt, 70 Aktionäre mit je 100'000 Franken beteiligt seien. Lediglich Markus Somm als Initiant und Kopf des Projekts sei mit 500'000 Franken vertreten. Weitere Aktionäre wollte Hummler nicht nennen, betonte aber, dass keine aktiven Politikerinnen und Politiker aus der SVP dabei seien. Auch Christoph Blocher gehöre nicht zum Kreis der Aktionäre.

Wieder publizistisch tätig

Konrad Hummler war von 1991 bis 2013 unbeschränkt haftender und geschäftsführender Teilhaber der Bank Wegelin. Zudem war Hummler Verwaltungsrat und kurze Zeit Verwaltungsratspräsident der NZZ. Wie er gegenüber der Schweiz am Wochenende ausführte, wolle er in Zukunft für den Nebelspalter wieder publizistisch tätig sein. Er habe noch «die eine oder andere Rechnung offen».

Beim Ende der Bank Wegelin 2013 warfen ihm verschiedene Politiker vor, er hätte die Schweiz diffamiert, als er vor einem amerikanischen Gericht aussagte, Beihilfe zur Steuerhinterziehung sei in der Schweiz üblich gewesen. «Glauben Sie mir, es ist nicht lustig als Landesverräter bezeichnet zu werden», so Hummler, «wenn einem das drei Parteipräsidenten vorwerfen, dann trifft einen das ziemlich heftig.» (ma)



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Kommentare

  • Dieter Widmer, 22.02.2021 08:54 Uhr
    Dass Konrad Hummler beim Nebenspalter ein Invesstment eingeht, stört mich wenig. Viel schlimmer finde ich, dass dies ein ehemaliger NZZ-Verwaltungsratspräsident macht. Humnler muss sich ja politisch mit Markus Somm verstehen. Aber dann kommt mir wieder in den Sinn, dass der Verwaltungsrat der NZZ Markus Somm als Chefredaktor engagieren, was durch einen breiten Protest von Leserinnen und Lesern, der Politik und Medien gottlob unterbunden werden konnte.
  • Victor Brunner, 22.02.2021 08:14 Uhr
    Hummler investiert 100'000 um mit der Vergangenheit abzurechnen, mit Leuten die nicht mehr im Amt sind. Schlechtes Investment!
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