19.10.2016

NZZ

Selekt-App wird eingestellt

Eineinhalb Jahre nach der Lancierung nimmt die NZZ die Anwendung, die «handselektierte Artikel» liefert, vom Markt.
NZZ: Selekt-App wird eingestellt

Im Mai 2015 lancierte die NZZ-Mediengruppe die iOS-App NZZ Selekt, die werktags eine Auswahl von zehn NZZ-Artikeln bietet (persoenlich.com berichtete). Nun hat das Medienunternehmen entschieden, den Betrieb der App Anfang 2017 einzustellen, wie es in einer Mitteilung heisst.

«Eine beschränkte Auswahl unserer täglichen Artikel ist nicht das richtige Mittel, um neue Lesergruppen zu gewinnen», begründet NZZ-Geschäftsführer Steven Neubauer den Entscheid in der Mitteilung. Zu dieser Erkenntnis seien auch die «New York Times», die «Welt» oder das «NRC Handelsblad» gelangt, vergleicht er die NZZ wie in anderen Fällen mit internationalen Verlägen. Diese hätten ihre Apps NYT Now, Welt Kompakt und NRC Reader eingestellt.

«Wenn etwas nicht funktioniert, muss man es rechtzeitig beenden, um Ressourcen für Neues freizuspielen. Wir haben bei Selekt viel gelernt und neue Funktionalitäten wie beispielsweise ein Gutscheinsystem in unsere Plattform integriert», ergänzt Neubauer in der Mitteilung.

Besser zu funktionieren scheint das Pendant des Konkurrenten Tamedia. Die «Zwölf»-App wurde seit der Lancierung 70'000 heruntergeladen, wie es kürzlich in einem Blog-Post auf Tagi Online hiess. Die Gewinnschwelle liege in Reichweite.

Die NZZ-Mediengruppe hat in den letzten zweieinhalb Jahren eine skalierbare Technologie- und Marketing-Plattform entwickelt, die sie kontinuierlich ausbaut, schreibt der Verlag. Neue Digitalprodukte wie die E-Paper-App oder NZZ Bellevue hätte man von Anfang an auf dieser Plattform gebaut.

«Wenn wir Produkte auf unserer eigenen Plattform lancieren, sind diese direkt in unsere datengetriebenen Redaktions- und Marketingsysteme integriert. Das erlaubt uns, gezielt neue Nutzergruppen anzusprechen und die Produkte aufgrund des Nutzungsverhaltens zu verbessern», sagt Anita Zielina, Chefredaktorin Neue Produkte.

Abonnentinnen und Abonnenten von NZZ Selekt würden rechtzeitig ein alternatives Angebot angebot erhalten. (pd/wid)



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