12.11.2025

SRF

Sendung verabschiedet sich mit Liveaufzeichnung

Anfang Dezember sendet Radio SRF zum letzten Mal sein «Wissenschaftsmagazin», aufgezeichnet vor Publikum. Zum Abschied erinnert die Redaktion an die Gründe für die Lancierung der Sendung vor 18 Jahren.
SRF: Sendung verabschiedet sich mit Liveaufzeichnung
Im Auditorium des SRF-Studios Basel wird am 4. Dezember das letzte «Wissenschaftsmagazin» vor Publikum aufgezeichnet. (Bild: Keystone/Patrick Straub)

Als Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) im vergangenen Februar bekannt gegeben hatte, das wöchentliche «Wissenschaftsmagazin» per Ende 2025 einzustellen, stiess der Entscheid auf grosses Unverständnis. Aber auch offene Briefe, eine Petition mit 27’000 Unterschriften und eine Kundgebung vor dem Radiostudio Basel konnten die Verantwortlichen nicht zum Umdenken bewegen. Damit bleibt es dabei. Die Sendung verschwindet aus dem SRF-Angebot. Die letzte Ausgabe des «Wissenschaftsmagazins» steht am 6. Dezember im Programm. Aufgezeichnet wird sie zwei Tage vorher vor Publikum. «Das letzte ‹Wissenschaftsmagazin› teilen wir mit Ihnen», schreibt die Redaktion in der Einladung zu dieser Veranstaltung im Auditorium des SRF-Studios in Basel. Der Anlass ist inzwischen bereits ausgebucht.

«Mit diesem Magazin einen hörbaren Schwerpunkt setzen»

In einem Online-Beitrag zum Ende ihrer Sendung lässt die SRF-Wissenschaftsredaktion mit Christian Heuss einen der Mitgründer des «Wissenschaftsmagazins» zu Wort kommen. Zu den Gründen, dieses Format 2007 zu lancieren, sagt Heuss: «Ein starkes Argument war, dass man mit diesem Magazin einen hörbaren Schwerpunkt setzen konnte, auch publizistisch. Eine Sendung wird stärker wahrgenommen als auf verschiedene Sendeplätze verteilte Wissenschaftsbeiträge, die im Tagesprogramm untergehen.»

Anlässlich des Einstellungsentscheids betonte SRF gegenüber persoenlich.com: «Wissenschaftsjournalismus ist und bleibt bei SRF wichtig.» Ein Teil der Mittel aus dem «Wissenschaftsmagazin» solle künftig «in die tagesaktuelle und hintergründige Berichterstattung für reichweitenstarke Sendungen in der Radioprimetime» fliessen – beispielsweise «Echo der Zeit» oder «Rendez-vous» sowie in die Nachrichtensendungen. (nil)


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KOMMENTARE

Charlotte Fröhlich
22.11.2025 14:40 Uhr
Es ist höchst bedauerlich, dass diese Sendung abgeschafft wird. Der knapp halbstündige Fokus auf Wissenschaft zeigte Gründlichkeit, Klarheit und Deutlichkeit, und es ist zu befürchten, dass diese Eigenschaften zwar weiter bestehen, aber als Denkdisziplin im Rahmen anderer Sendungen nicht mehr gebührend wahrgenommen werden. Heute müsste man Wissenschaftlichkeit mehr denn je fördern, nicht behindern. Wo endet es, wenn wissenschaftliche Argumente im gesellschaftlichen Diskurs nur noch wie "Meinungen" wahrgenommen werden? Diese Gefahr scheint mir realistisch.
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