15.08.2019

SRF

«Sendungen zu den Wahlen sind für uns Pflicht und Kür»

Die Politsendung «Arena» verlässt das Studio. Zentrale Wahlkampfthemen werden auf dem Jungfraujoch, dem Rheinhafen Basel und in einer Apotheke diskutiert. Moderator Sandro Brotz über die heisse Wahlphase und coole Sendungsdekors aus Eis.
SRF: «Sendungen zu den Wahlen sind für uns Pflicht und Kür»
In der ersten «Arena» nach dem Sommerprogramm am Freitag, 23. August, begrüsst Moderator Sandro Brotz die Partei-Präsidentinnen und -präsidenten. Danach verlässt die «Arena» das Studio. (Bilder: SRF/Oscar Alessio)
von Christian Beck

Herr Brotz, ist Ihnen das «Arena»-Studio bereits verleidet, dass Sie nun lieber auswärts aufzeichnen?
Wenn die Schweiz wählt, ist das immer ein politischer und journalistischer Höhepunkt. Deshalb freue ich mich sehr, auch die «Wahl-Arenas» in einem aussergewöhnlichen Setting präsentieren zu dürfen. «Arena»-Leiterin Franziska Egli hatte die Idee dazu, und zusammen haben wir die verschiedenen Locations ausgesucht.

Der Reihe nach: Es gibt gleich vier Sendungen zu den Wahlen. Den Auftakt nach den Sommerferien machen Sie noch im Studio. Warum?
Sämtliche Sendungen vor dem 20. Oktober werden sich in der «Arena» wohl thematisch immer um die Wahlen drehen – das liegt in der Natur der Sache. Bei der Präsidentenrunde am 23. August werden wir die aktuellsten politischen Themen auf dem Radar haben und den Parteipräsidentinnen und Parteipräsidenten zu ihrem Wahlkampf auf den Zahn fühlen. Bei den drei «Wahl-Arenas» steht jeweils ein Thema im Fokus. Da bieten sich auch Settings an, die zum jeweiligen Thema passen.

Zum ersten Setting: Am 30. August diskutieren Sie mit Ihren Gästen im Rheinhafen Basel über das Verhältnis der Schweiz mit der EU. Warum ausgerechnet diese Location?
Die EU ist einer unserer wichtigsten Handelspartner. Diese enge wirtschaftliche Verbindung und der intensive Handel zwischen der Schweiz und der EU kann im Rheinhafen Basel als grosser Güterumschlagplatz sehr gut veranschaulicht werden.

«Bei Minustemperaturen eine Sendung zu produzieren, wird wohl eine besondere Erfahrung sein»

Am 6. September sendet die «Arena» vom Gletscherplateau des Jungfraujochs zum Thema Klima. Wollen Sie hoch hinaus?
Wir möchten unseren Zuschauerinnen und Zuschauer die grossen Wahlkampfthemen in einer Umgebung präsentieren, die das Thema bis zu einem gewissen Grad verbildlichen. Auf 3500 Metern Höhe und bei Minustemperaturen in der Eishöhle eine Sendung zu produzieren, wird wohl für alle Beteiligten eine besondere Erfahrung sein.

Das muss mit einem riesigen Aufwand verbunden sein, das ganze Material auf den Berg zu hieven. Wie geht das in der aktuellen Sparrunde?
Natürlich ist eine Aussenproduktion immer teurer als eine Sendung im Studio. Um diese «Wahl-Arenas» ausserhalb des Studios produzieren zu können, mussten wir woanders Mittel einsparen und haben darum auf «Arena/Reporter» verzichtet (persoenlich.com berichtete). Da wir auf dem Jungfraujoch auf Glasfaserkabel zurückgreifen können, bleibt die Regie im Tal. Wir müssen also deutlich weniger Material – wie zum Beispiel die Kameras im Zug – nach oben transportieren.  

«Die ‹Arena›-Pulte sind dort oben aus Eis»

Auch der «Club» ging im Rahmen der Sommerserie unter die Leute. Leihen Sie den roten Gartentisch aus, um Kosten zu sparen – oder nehmen Sie das ganze eigene Studiodekor mit auf den Berg?
Ich mochte den roten Gartentisch zwar, aber wir nehmen kein eigenes Dekor mit auf den Berg. Die «Arena»-Pulte sind dort oben aus Eis.

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Und schliesslich die dritte Aussensendung: Am 13. September sprechen Sie in einer Apotheke im aargauischen Buchs über die Gesundheitskosten. Hat Sie die Pharmalobby eingeladen?
Wir lassen uns von keiner Lobby einladen. Die «Arena» bleibt sich treu und wird in dieser Sendung alle Kostentreiber im Gesundheitswesen kritisch hinterfragen.

In der Apotheke werden viele Produkte zu sehen sein. Wie lösen Sie das, damit Sie nicht wegen Schleichwerbung in die Kritik geraten?
Für die «Wahl-Arenas» haben wir bewusst bestehende Örtlichkeiten gesucht, in die wir uns einfügen – ohne sie gross zu verändern. Zu einer Apotheke gehören verschiedene Produkte wie Medikamente, aber wir werden selbstverständlich darauf achten, dass keine explizite Werbung oder Produkte in Nahaufnahme zu sehen sein werden. Die Kasse bleibt aber offen, und auch während der Sendung können Kundinnen und Kunden bedient werden.

Nebst den Bundesratsparteien kommt jeweils eine kleine Partei mit Fraktionsstärke zum Zug. Wie stellen Sie die Parteien zusammen?
Im Grundsatz sind alle sieben Parteien mit Fraktionsstärke in jeder Sendung vertreten – ob in der Hauptrunde oder auf der Zusatzposition. Je nach «Wahl-Arena» ändert sich diese Zusammensetzung, damit jede kleinere Partei mit Fraktionsstärke jeweils einmal in der Hauptrunde zum Zug kommt.

«Noch selten war die Ausgangslage so spannend wie in diesem Jahr»

Gleich vier Sendungen zu den Wahlen: Ist das nicht etwas gar dick aufgetragen?
Noch selten war die Ausgangslage so spannend wie in diesem Jahr. Denken Sie nur an den Ständerat, wo fast die Hälfte der Sitze neu besetzt werden. Wir haben den Auftrag, zur Meinungsbildung beizutragen, und da ist die «Arena» geradezu prädestiniert. Schliesslich ist Politik unser Kerngeschäft und wir befinden uns am Anfang der heissen Wahlphase. Sendungen zu den Wahlen sind für uns Pflicht und Kür. Sie gehören in unser Programm – wie die «Arena» zum Freitagabend.  

Wie haben Sie eigentlich die Sommerferien verbracht? Mit Vorbereitungen auf die Wahlsendungen?
Nicht nur, aber auch (lacht). Dazwischen habe ich mir einen Zugtrip nach Marseille gegönnt.



Die «Wahl-Arenas» werden am Freitag, 23. und 30. August, sowie am 6. und 13. September jeweils ab 22.25 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt.

 



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