18.07.2013

UNO

Sicherheitsrat befasst sich mit Gewalt gegen Journalisten

Medienvertreter aus aller Welt fordern zum Handeln auf.

Angesichts der wachsenden Zahl von getöteten Journalisten haben Medienvertreter aus aller Welt den UNO-Sicherheitsrat zum Handeln aufgefordert. Der Somalia-Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP, Mustafa Haji Abdinur, schilderte den UNO-Botschaftern der 15 Mitgliedsstaaten am Mittwoch die Risiken seiner Arbeit in dem Bürgerkriegsland.

"Wenn ein Journalist getötet wird, stirbt auch die Nachricht", sagte Abdinur bei der Sitzung des mächtigsten UNO-Gremiums in New York. Im Jahr 2012 wurden in Somalia 18 Journalisten getötet. Zuletzt kam in dem Land am Horn von Afrika in der vergangenen Woche der Fernsehreporter Liban Abdulahi Farah ums Leben.
 
"Meine Geschichte ist nicht einzigartig", sagte Abdinur, der 2009 den Pressefreiheitspreis des Komitees zum Schutz für Journalisten (CPJ) gewonnen hatte. "Ich bin heute einfach nur hier, weil ich Glück hatte. Weil die Schützen, die so viele meiner Kollegen und Freunde getötet haben, mich noch nicht gefunden haben."
 
Seit 1992 wurden weltweit fast 1'000 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes getötet. In den meisten Fällen wurden die Verantwortlichen nie zur Rechenschaft gezogen. Alleine im Syrien-Konflikt starben Schätzungen zufolge seit Beginn der Kämpfe im März 2011 etwa 100 Journalisten.
 
"Augen und Ohren in allen Ecken der Welt"
 
Ghaith Abdul Ahad, Irak-Korrespondent für die britische Zeitung "The Guardian", beklagte die "Straffreiheit" bei Gewalt gegen Journalisten. Abdul Ahad forderte, Medienvertreter in Konfliktgebieten als "Teil der humanitären Bemühung, die Geschichte zu erzählen," zu sehen. Die Debatte im Sicherheitsrat zur Gewalt gegen Journalisten wurde von den Vereinigten Staaten organisiert, die in diesem Monat die Präsidentschaft des Gremiums innehaben.
 
"Journalisten sind buchstäblich unsere Augen und Ohren in allen Ecken der Welt", sagte die amtierende UNO-Botschafterin der USA, Rosemary DiCarlo. "Dieser Rat hat eine Verpflichtung, diejenigen zu schützen, die uns mit so vielen wichtigen Informationen versorgen."
 
In der für alle Mitglieder offenen Debatte meldete sich auch die Schweiz zu Wort. Der Schweizer Botschafter in New York, Paul Seger, wies darauf hin, dass die Zahl der Morde und der Inhaftierungen von Journalisten weltweit am Steigen sei. Journalisten seien Zivilpersonen auf gefährlichen Missionen. Jeder Staat habe die Verantwortung, sie zu schützen. (sda)

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