Am Sonntag ist eine Sonderausgabe des NZZ am Sonntag Magazins erschienen, bei der jedes der 78'250 Exemplare ein Unikat ist. Raphael Hefti, einer der international bekanntesten zeitgenössischen Künstler der Schweiz, hat dafür in den Produktionsprozess der Zeitschrift eingegriffen, wie es in einer Mitteilung heisst.
Wie die NZZ auf Anfrage von persoenlich.com mitteilt, wurde der Druck einmalig vom üblichen Standort in Deutschland ins Druckzentrum Zürich (DZZ) verlegt. «Die Exemplare wurden dort in hohem Tempo gedruckt, während Raphael Hefti direkt in den laufenden Druckprozess eingegriffen hat. Unter anderem wurden die reinigenden Wasserdüsen der Druckplatten manipuliert oder der Farbanteil gezielt übersteuert», schreibt die NZZ-Medienstelle. So seien individuelle Spuren entstanden, die jedes Exemplar zu einem Unikat machen.
Hefti ist für seine experimentellen Ansätze bekannt, bei denen er mit industriellen und chemischen Prozessen arbeitet. Seine Faszination für diese Verfahren stammt aus seiner Zeit als Elektroniker. Im Gespräch mit Redaktor Urs Bühler bezeichnet sich Hefti als Künstler, der an die Macht der Wissenschaft glaubt. In vielen seiner Arbeiten setzt er Feuer und Wärme ein, um Materialien wie Glas oder Metall zu transformieren.
Für die Sonderausgabe zum Thema Fehlerkultur hat Hefti ein Konzept entwickelt, das erst durch die Leserschaft vollendet wird. Wer in der Ausgabe blättert, erhält schwarze Finger – ein bewusst gewählter Effekt, der die Interaktion mit dem Werk sichtbar macht. Die Ausgabe enthält zudem Texte, Bilder und ein Interview, die Einblicke in Heftis Schaffen geben.
«Diese besondere Weihnachtsausgabe ist ein Experiment, bei dem wir als Redaktion neue Wege gegangen sind», wird Paula Scheidt, Chefredaktorin des NZZ am Sonntag Magazins, zitiert. Laura D'Incau, Leiterin NZZ Art, hebt hervor, dass die Verbindung von journalistischer Qualität, technischer Innovation und künstlerischer Experimentierfreude den Anspruch der NZZ unterstreiche, künstlerische Themen auf höchstem Niveau zu inszenieren. (pd/cbe)
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22.12.2025 10:03 Uhr


