27.09.2015

Israel

Soldaten greifen AFP-Journalisten an

Die Reporter erlitten Prellungen, ihr Material wurde zerstört.

Nach dem Angriff auf zwei Journalisten der Nachrichtenagentur AFP durch israelische Soldaten im Westjordanland hat die Armee eine erste disziplinarische Massnahme vorgenommen. Der für den Einsatz vor Ort verantwortliche Offizier wurde suspendiert.

Weitere "disziplinarische Massnahmen" gegen den Offizier sowie gegen andere Soldaten könnten folgen, sagte Armeesprecher Peter Lerner am Samstag. Die Untersuchung der Tat laufe weiter. Die israelische Armee sehen den Vorfall als "schwerwiegend" und "aussergewöhnlich" an.

Ein italienischer Videojournalist und ein palästinensischer Fotograf waren am Freitag von einer Gruppe Soldaten mit Pistolen und Gewehren bedroht und beschimpft worden, als sie nach einer Beerdigung in der Ortschaft Beit Furik gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee filmten und fotografierten.

Der italienische Journalist wurde von den Soldaten zu Boden geworfen, geschlagen und gezwungen, seinen Presseausweis abzugeben. Er erlitt bei dem Angriff Prellungen.

Beide Journalisten trugen kugelsichere Westen mit der Aufschrift "Presse". Die israelischen Soldaten zertrümmerten eine Kamera und einen Fotoapparat. Einen weiteren Fotoapparat und ein Mobiltelefon nahmen sie den Journalisten ab.

AFP richtete nach dem Vorfall ein Protestschreiben an die israelische Armee. Diese kündigte umgehend "disziplinarische Massnahmen" an. Die beschlagnahmten Geräte wurden der Agentur am Samstag schwer beschädigt zurückgegeben, allerdings ohne die dazugehörigen Chipkarten.

Zu den Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee in Beit Furik in der Nähe von Nablus kam es am Freitag nach der Beerdigung eines 26-jährigen Palästinensers. Der Mann war in der Nacht zuvor von israelischen Soldaten erschossen worden. Nach Angaben der Armee hatte er einen Brandsatz auf ein Auto geschleudert, das zu einer jüdischen Siedlung unterwegs war. (sda)


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