Noch nie habe SRF einen solch grossen Stellenabbau vorgenommen und noch nie ist ein Umbau so rasant vorangetrieben worden, schreibt das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM in einer Mitteilung vom Dienstagabend (SSM ist der Sozialpartner der SRG). Weil bei SRF im Schnitt Angestellte zu 75 Prozent arbeiten, seien von dem Abbau von 116 Vollzeitstellen innert zweier Jahre fast 200 Personen betroffen: «Rund 46 Mitarbeitende sollen frühpensioniert und rund 150 Mitarbeitende entlassen werden, allesamt im Jahr 2021.»
«Sozialverträglich und verantwortungsvoll»
«Das ist zu viel und zu schnell», lässt sich Silke Treusch, Gewerkschaftssekretärin des SSM, in der Mitteilung zitieren. «Es darf nicht auf Kosten der Kolleginnen und Kollegen gespart werden, der Arbeitsdruck ist jetzt schon enorm, mit weniger Personal verschärft sich dies weiter», fährt Treusch fort. Zwar begrüsst das SSM die Pläne, rund hundert Mitarbeitende umzuschulen statt zu entlassen. Entscheidend werde dabei jedoch sein, wer Anrecht auf Umschulung hat und wer nicht. Damit das nicht willkürlich erfolge, brauche es eine Instanz, bei der Mitarbeitende negative Entscheide anfechten können.
Das SSM erwartet, dass SRF sich an das Versprechen von SRG-Direktor Gilles Marchand hält. Er hatte angekündigt, dass der Abbau sozialverträglich und verantwortungsvoll erfolgen wird.
Grössere Arbeitslast
Zudem solle SRF das Personal über die Abbaupläne transparent und detailliert informieren, «sonst verkommt die Mitwirkung zur Alibiübung». Das SSM erwartet, dass die Personalmassnahmen auf der Basis eines ausgebauten Sozialplans umgesetzt werden: Grosszügige Massnahmen im Zusammenhang mit Änderungskündigungen und Umschulungen.
SSM weist zudem darauf hin, dass bei SRF seit 2018 «ein schleichender Stellenabbau stattfindet». Die Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden sei massiv gestiegen. Die Gefahr bestehe, dass beim digitalen Umbau «SRF 2024» mit seiner Vielzahl von neuen Formaten die Qualität sinken werde. (pd/eh)

