18.11.2021

Covid-Gesetz

SRF bestreitet Vorwürfe zur «Arena»

«Irreführendes Framing», «Einseitige Auswahl der Teilnehmer aus der Zivilgesellschaft»: So die harsche Kritik der «Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz» an der Abstimmungsarena vom Freitag. SRF reagiert gegenüber persoenlich.com genauso deutlich.
Covid-Gesetz: SRF bestreitet Vorwürfe zur «Arena»
Etwas mehr als eine Woche vor der Abstimmung zum Covid-19-Gesetz scheinen beide Lager angespannt zu sein. (Bild: Keystone/Valentin Flauraud)
von Tim Frei

Noch hat die «Arena» zur Abstimmung über das Covid-Gesetz nicht begonnen. Und doch ist bereits ordentlich Zunder drin: Am Sonntagabend wurde bekannt, dass das Referendumskomitee die Nomination von «Mass-voll»-Co-Präsidentin Viola Rossi für die zweite Reihe in der SRF-Sendung vom Freitag zurückgezogen hat.

Ausschlaggebend war gemäss einer Mitteilung «die unbewilligte Mass-voll-Demonstration gegen das Impfdorf im Zürcher Hauptbahnhof». Statt der Studentin wird nun der Netzaktivist Hernâni Marques vom linken Komitee «Geimpfte gegen das Covid-Zertifikat» an der Sendung teilnehmen, wie der Tages-Anzeiger am Mittwoch berichtete.

Verhalten der «Arena» sei «nicht nachvollziehbar»

Ebenfalls am Mittwoch kritisierte die «Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz» die «Arena»-Redaktion in einer Medienmitteilung heftig: «Die Gegenüberstellung von politischem ‹Establishment› auf der Ja-Seite und ‹Zivilgesellschaft› auf der Nein-Seite erweckt den falschen Eindruck, das Volk wehre sich gegen ‹die da oben in Bern› – und erzeugt ein irreführendes Framing›, das am Schluss noch Stimmen kosten könnte.» Für die «Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz» sei es nicht nachvollziehbar, «wieso die ‹Arena› die Teilnehmer aus der Zivilgesellschaft derart einseitig ausgewählt hat.»

Mit diesen heftigen Vorwürfen konfrontiert sagt «Arena»-Redaktionsleiterin Franziska Egli gegenüber persoenlich.com: «Sämtliche politische Parteien – abgesehen von der SVP – unterstützen dieses Gesetz. Dies gilt es entsprechend abzubilden. Auch ist die Allianz der Parteien, Verbände und weiteren Player auf der Pro-Seite sehr breit – und die Platzzahl beschränkt.» Die Redaktion sei der Überzeugung, dass die freie Meinungsbildung der Zuschauerinnen und Zuschauer mit der aktuellen Zusammensetzung der Gästerunde gewährleistet sei. Und überhaupt: «Vorwürfe der Irreführung oder Einseitigkeit weisen wir dezidiert zurück.»

Komitees beider Seiten könnten Vorschläge einreichen

Die «Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz» habe der Redaktion drei Mal vorgeschlagen, auch für das Ja-Lager Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft einzuladen. Die Freidenker-Vereinigung habe ebenfalls versucht, dieses Anliegen einzubringen. «Auch auf Twitter wurde die ‹Arena› schon heftig kritisiert», heisst es in der Mitteilung weiter. 

Bei Abstimmungssendungen gehe die «Arena»-Redaktion immer gleich vor, sagt Egli. «Die Komitees beider Seiten können Vorschläge unterbreiten, wer sie im Studio vertreten soll. Sofern keine inhaltlichen, journalistischen Einwände bestehen, gibt die Redaktion diesen Vorschlägen statt – so besetzen wir einzelne Positionen zum Beispiel nicht gegen Partei- oder Verbandsparolen.» Dies sei ein langwieriger Prozess, so Egli weiter: «Die Redaktion steht seit Wochen mit dem Referendumskomitee und dem politischen Komitee im Austausch. Grundsätzlich hat die Politik ein Gesetz verabschiedet, gegen das von mehreren Komitees ein Referendum ergriffen wurde.»



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