07.01.2021

Chaotische Szenen in den USA

SRF-Korrespondent ist in Sicherheit

Thomas von Grünigen machte einen gestressten Eindruck bei seiner Schaltung in «10vor10« vom Mittwoch. «Unser Korrespondent war nicht in Gefahr», sagt das Schweizer Fernsehen.
Chaotische Szenen in den USA: SRF-Korrespondent ist in Sicherheit
Für seine Arbeit hat sich SRF-Mann Thomas von Grünigen aus Sicherheitsgründen ein wenig vom Capitol entfernt. (Bild: Videostill 10vor10)
von Edith Hollenstein

Ursprünglich wäre im «10vor10» vom 6. Januar eine weitere Schaltung zum Korrespondenten in Washington geplant gewesen. Doch darauf musste kurzfristig verzichtet werden. Thomas von Grünigen war während einer ersten Schaltung sichtbar überrascht und musste seine Lage spontan schildern. Zuerst sogar noch ausser Atem erklärte er: «Ich muss zugeben, ich bin auch noch dabei, mir einen Überblick zu verschaffen. Wir haben ein bisschen eine Odyssee hinter uns. Nach der ‹Tageschau› sind wir uns etwas zu Essen holen gegangen in einem Gebäude, das unterirdisch angeschlossen ist ans Kapitol.» Kaum sei er da gewesen, sei alles abgeschlossen gewesen, er habe nicht mehr herausgehen dürfen. Und, so von Grünigen weiter: «Wir haben dort auch gesehen, dass Parlamentarier in Sicherheit gebracht wurden.»

«Ein wenig vom Kapitol entfernt»

Passiert ist dem SRF-USA-Korrespondenten in der chaotischen Situation offenbar nichts. SRF-Ausland-Chef Reto Gerber sagt am Donnerstag auf Anfrage, dass von Grünigen nicht in Gefahr sei. «Dass wir am Schluss der Sondersendung nicht mehr zu ihm geschaltet haben, war eine reine Vorsichtsmassnahme, nachdem andere Journalistinnen und Journalisten angegriffen worden waren.»

Zum Zeitpunkt dieser Tätlichkeiten habe sich von Grünigen aus Sicherheitsgründen bereits ein wenig vom Capitol entfernt. SRF lege generell grossen Wert darauf, dass es seine Korrespondentinnen und Korrespondenten nicht in Gefahr bringe. Gerber: «Wir tun dies seit Jahren und konsequent. Die in der Sondersendung gestern Abend gezeigte Zurückhaltung ist ein Ausdruck dieser Haltung.»

Technisches Material zerstört

Für Journalistinnen war der Sturm aufs Capitol ein sehr anspruchsvolles Arbeitsumfeld. Auf Bildern ist zu sehen, dass Journalisten angegriffen wurden, zudem wurden mehreren Reportern und Mitarbeitenden von Nachrichtenagenturen technisches Material zerstört.

Als besonders mutig aufgefallen ist ein Reporter des britischen Nachrichtenformats «ITV News». Er folgte dem wütenden Mob ins Innere des Capitols (persoenlich.com berichtete).



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Kommentare

  • Ueli Custer, 08.01.2021 14:15 Uhr
    Peter Martin, was erwarten Sie eigentlich von einem Journalisten in einer derart unübersichtlichen Situation? Dass er alles besser weiss und so tut, als habe er als einziger die Übersicht? Da ist mir Thomas von Grünigen schon lieber, der einfach zugibt, was er weiss und was er nicht weiss. Das ist ehrlicher Journalismus.
  • Peter Martin, 08.01.2021 09:46 Uhr
    Das nennt man einen Schönwetter-Journalist. Ängstlich, unsicher, beginnt jede Antwort mit "Das ist schwierig zu sagen..." Absolut im falschen Job.

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