11.01.2021

Lauberhorn abgesagt

SRF muss finanzielle Einbussen hinnehmen

Die Einschaltquoten erreichen Jahr für Jahr Spitzenwerte von über 80 Prozent Marktanteil. So lässt sich viel Werbung verkaufen. Über 75 SRF-Mitarbeitende wären dieses Jahr für den traditionsreichen Skianlass in Wengen im Einsatz gewesen.
Lauberhorn abgesagt: SRF muss finanzielle Einbussen hinnehmen
Die Lauberhorn-Rennen gehören für SRF zu den ganz wichtigen und sehr aufwendigen Anlässen im Jahr. (Bild von 2020: Keystone/Peter Klaunzer)
von Edith Hollenstein

Nach einem erneuten Anstieg der Corona-Infektionen hat am Montagnachmittag die Berner Gesundheitsdirektion dem Lauberhorn-Rennen nun doch einen Riegel vorgeschoben.

Gross ist das Bedauern bei SRF. Denn die Lauberhorn-Rennen zählen zu den Highlights im Jahresprogramm. Die Einschaltquoten erreichen Jahr für Jahr Spitzenwerte, somit kann SRF die Werbeplätze in diesem Umfeld jeweils besonders gut und zu hohen Preisen verkaufen. «Klar ist, dass wir mit finanziellen Einbussen rechnen müssen», sagt Roland Mägerle, Leiter SRF Sport und Business Unit Sport SRG, am Montagabend auf Anfrage. Zu konkreten Zahlen jedoch könne er keine Auskunft geben.

Über 80 Prozent Marktanteil

Schade ist der Ausfall laut Mägerle in erster Linie für die vielen Ski-Fans in der Schweiz. «Ihnen hätten wir die Rennen natürlich auch in diesem Jahr sehr gerne live gezeigt.» Die Zahlen vom letzten Jahr widerspiegeln dieses grosse Interesse. So waren bei der Lauberhorn-Abfahrt am Samstag, 18. Januar 2020, 1'033'000 Personen aus der Deutschschweiz auf SRF zwei zugeschaltet. Dieser Spitzenwert entspricht einem Marktanteil von 85,1 Prozent. Und im Durchschnitt verfolgten 925'000 Personen diese Lauberhorn-Abfahrt (Marktanteil von 82,8 Prozent).

Die ausgefallenen Rennen wurden bereits neu angesetzt: So finden in Kitzbühel nun zwei Ski-Wochenenden statt. Am kommenden Wochenende werden am Hahnenkamm zwei Slaloms gefahren. Eine Woche später kommt es zum Speed-Wochenende mit zwei Abfahrten am Freitag und am Samstag sowie einem Super-G am Sonntag.

SRF produziert jeweils das Weltsignal

Für die Produktion des SRF-Programms wären in diesem Jahr laut einer Auskunft von Sprecher Lino Bugmann rund 15 Mitarbeitende in Wengen zum Einsatz gekommen. Zudem stehen jeweils rund 60 Mitarbeitende der SRG für die Produktion des Weltsignals im Einsatz. Das Weltsignal ist die Basis für alle TV-Stationen, welche die Lauberhorn-Rennen übertragen. Sowohl SRF und die weiteren SRG-Sender als auch zahlreiche Fernsehstationen rund um den Globus übernehmen die aufwendig produzierten Bilder der Winter- und Skidestination Wengen – und tragen diese Bilder in die ganze Welt hinaus.



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