Gut drei Monate vor der Bundestagswahl zieht SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück personelle Konsequenzen aus seinem schleppend verlaufenden Wahlkampf. Steinbrück trennte sich am Montag von seinem Pressesprecher Michael Donnermeyer.
Diese Schlüsselposition wird der langjährige "Bild"-Zeitungs-Journalist Rolf Kleine übernehmen, wie der Nachrichtenagentur Reuters aus der SPD-Führung bestätigt wurde. Donnermeyer war für einige Kommunikationspannen verantwortlich gemacht worden. Er selbst hatte es als Fehler eingeräumt, dass er aus einem Interview Steinbrücks am Jahresanfang dessen Kritik am zu geringen Kanzlergehalt nicht gestrichen hatte.
Mit Kleine holt sich Steinbrück einen Medienprofi an Bord, der früher Leiter des "Bild"-Hauptstadtbüros in Berlin war. In der SPD hiess es, die Neubesetzung des Sprecher-Postens sei ein Signal, dass Steinbrück nach der Komplettierung seines Schattenkabinetts auf Angriff schalte. "Mit Donnermeyer hat es nicht funktioniert", hiess es aus Parteikreisen.
Nach mehreren Pannen in der Wahlkampagne hatte die SPD-Schaltzentrale für den Wahlkampf bereits im März eine neue Struktur bekommen, mit der der Einfluss von Steinbrücks Berater Heiko Geue auf die Wahlkampagne der Partei beschnitten wurde. Generalsekretärin Andrea Nahles festigte damals ihren Einfluss.
Investmentbankerin im Team
Die Zusammenstellung seines Schattenkabinetts hat Steinbrück nunmehr abgeschlossen. Steinbrück gab am Montag die letzten drei Mitglieder seiner aus sechs Frauen und sechs Männern bestehenden Wahlkampfmannschaft bekannt. Die Investmentbankerin und frühere saarländische Finanzministerin Christiane Krajewski übernimmt in seinem Kompetenzteam das Thema Wirtschaft.
Für die Entwicklungspolitik soll Cornelia Füllkrug-Weitzel zuständig sein, die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt. Für die Kulturpolitik holte Steinbrück Oliver Scheytt in sein Team. Der 55-Jährige ist Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, die das Ruhrgebiet 2010 mit Essen als Europäische Kulturhauptstadt präsentiert hatte.
Die Felder Aussenpolitik und Finanzen liess Steinbrück unbesetzt. Dieser Themen will er sich als Kanzlerkandidat selbst annehmen. Steinbrück führt die deutschen Sozialdemokraten als Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel in die Bundestagswahl am 22. September. In Umfragen liegt er weit hinten. (sda)
10.06.2013
Deutschland
Steinbrück holt "Bild"-Journalisten als Sprecher
Vorgänger war für einige Kommunikationspannen verantwortlich gemacht worden.
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