20.06.2014

"St. Galler Tagblatt"

Stellenabbau wegen Inseratenrückgangs

Die Regionalausgaben erscheinen künftig mit einem gemeinsamen Mantelteil.
"St. Galler Tagblatt": Stellenabbau wegen Inseratenrückgangs

Das "St. Galler Tagblatt" und seine Regionalausgaben erscheinen ab dem 7. Juli wegen Inseratenrückgangs mit einem gemeinsamen Mantelteil, der nur noch aus zwei statt wie heute aus vier Bünden besteht. Weniger Umfang bedeutet auch weniger Redaktoren und Redaktorinnen.

Über alle Ressorts und Standorte hinweg werde die Redaktion um zehn Stellen kleiner, schreibt "St. Galler Tagblatt"-Chefredaktor Philipp Landmark in der Freitagsausgabe. Dies solle wo immer möglich über natürliche Fluktuationen erreicht werden. Auslöser der Überarbeitung und Straffung des Mantelteils ist der Rückgang der Inseratenseiten.

Die bisherige Gliederung mit einer täglichen Wirtschaftsseite und einer mehrmals wöchentlich erscheinenden separaten Seite "Wirtschaft Ostschweiz" wird aufgehoben - die beiden Wirtschaftsressorts werden fusionieren. Ab 7. Juli gibt es nur noch eine Börsenseite statt wie heute zwei.

Kultur-Petition nicht übergeben
Neu organisiert wird insbesondere die Kultur im Mantel und in den beiden grössten Lokalausgaben "Tagblatt Stadt St. Gallen/Gossau" und "Thurgauer Zeitung". Die dafür zuständigen Redaktorinnen und Redaktoren werden ins Ressort "Focus" integriert, dem im Mantelteil die neue Seite "Ostschweizer Kultur" angegliedert wird.

Kulturschaffende setzten sich mit einer Petition für den Erhalt von "Regionalkultur Thurgau" sowie "Stadtkultur St. Gallen" ein. Urheber der Bittschrift ist der Thurgauer Künstler und Dozent Alex Meszmer. Die Petition hätte am Freitag übergeben werden sollen. Wie Chefredaktor Philipp Landmark in einem Kommentar schreibt, hat Meszmer den vereinbarten Termin aber platzen lassen, um die Petition inszeniert zu "chübeln". Die Chance auf einen vertieften Dialog über Sinn und Zweck von Kulturjournalismus sei damit – vorerst – vertan worden. 

Nicht verstummen würden voraussichtlich die kritischen Stimmen, schreibt das Ostschweizer Kulturmagazin "Saiten". Zahlreiche Kommentare zur Petition drohten laut dem Magazin damit, das "Tagblatt"-Abonnement abzubestellen. Die Kultur-Inhalte würden zwar anders gegliedert, aber nicht - wie von den Petitionären suggeriert - einfach verschwinden, betont indes Landmark in seinem Kommentar. 

Geschäftsleitung und Chefredaktion seien überzeugt, mit den geplanten Massnahmen die wirtschaftliche Situation des "St. Galler Tagblatts" und seiner Regionalausgaben zu stärken und für kommende Herausforderungen fit zu machen, so der Chefredaktor weiter. (sda/set)

Bild: Keystone


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