11.02.2016

Weltwoche

Stellvertretender Chefredaktor wird angeklagt

Philipp Gut muss sich vor Gericht wegen übler Nachrede und unlauterem Wettbewerb verantworten.
Weltwoche: Stellvertretender Chefredaktor wird angeklagt

Die beiden Geschichtsprofessoren Philipp Sarasin und Svenja Goltermann haben eine Strafanzeige gegen Philipp Gut eingereicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den stellvertretenden Chefredaktor der «Weltwoche» wegen mehrfacher übler Nachrede und mehrfachen Wiederhandlungen gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb – das berichtet der «Tages-Anzeiger».

Gut warf Sarasin im Herbst 2014 in einem sechsteiligen Artikel vor, er unterhalte eine Liebesbeziehung mit seiner Kollegin Svenja Goltermann, während dem die Universität Zürich in einem Berufungsverfahren die Neubesetzung des Lehrstuhls für Geschichte der Neuzeit suchte. Goltermann war eine der Kandidatinnen und Sarasin sei im Berufungsverfahren nicht in den Ausstand getreten, schrieb Gut.

Gut warf Sarasin öffentlich vor, er habe mitgeholfen, «seine Geliebte zur Professorin an der eigenen Forschungsstelle zu machen» und er habe die Berufungskommission getäuscht. Das ist gemäss Sarasin, Goltermann und Staatsanwaltschaft üble Nachrede.

Die Anklage wegen unlauteren Wettbewerbs fusst auf Guts Urteil, Holtermann sei nicht aufgrund ihrer Leistung, sondern wegen privater Verbindungen Professorin geworden. Diese Aussage habe ihre marktwirtschaftliche Attraktivität herabgesetzt.

Dem stellvertretenden Chefredaktor der Weltwoche droht bei Verurteilung eine Geldstrafe von 31'200 Franken sowie eine unbedingte Busse von 6000 Franken, schreibt der «Tages-Anzeiger». (lcv)

 

 


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