13.06.2013

Griechenland

Streiks gegen Schliessung des Staatssenders weiten sich aus

Am Donnerstag erschienen keine Zeitungen.

Aus Protest gegen die Schliessung des staatlichen Radios und Fernsehens (ERT) haben am Donnerstag in Griechenland umfangreiche Streiks begonnen. Betroffen sind vor allem die öffentliche Verwaltung und der Personenverkehr. Zwar hatten Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufgerufen, aber Banken, Supermärkte, Geschäfte und Hotels blieben geöffnet. Auch U-Bahnen fahren weiterhin.

Dagegen blieben Ministerien geschlossen. In Athen streiken Busfahrer. Auch die Eisenbahner legten die Arbeit für 24 Stunden nieder. Im Flugverkehr wird es zu Verspätungen hauptsächlich im Inlandverkehr kommen. Die Fluglotsen wollen zwischen 14 und 16 Uhr die Arbeit niederlegen. Auch Journalisten streiken den zweiten Tag in Folge. Am Donnerstag erschienen keine Zeitungen. Journalisten kündigten an, solange weiterzustreiken, bis die Regierung ihren Beschluss zurücknehme, Radio und Fernsehen zu schliessen.

Zum Streik hatten die beiden grössten Gewerkschaftsverbände des staatlichen und privaten Bereichs (ADEDY und GSEE) aufgerufen. Sie reagierten damit auf eine Entscheidung des konservativen griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras, der ohne Zustimmung seiner Koalitionspartner - den Sozialisten und der Demokratischen Linken - per Dekret die Schliessung angeordnet hatte.

Rund 2'700 Menschen verlieren ihre Arbeit. Ende August soll es dann ein neue Radio- und Fernsehbehörde mit nur noch rund 1'200 Beschäftigten geben. (sda)

 


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