02.03.2024

SRG-Generaldirektion

Susanne Wille laut Umfrage klar vorn

Medienschaffende wünschen sich die SRF-Kulturchefin als Nachfolgerin von Gilles Marchand, dies vor Ladina Heimgartner. In einem Tamedia-Interview sagt SRG-Präsident Jean-Michel Cina ausserdem, dass er nicht unbedingt eine Frau für die Generaldirektion sucht.
SRG-Generaldirektion: Susanne Wille laut Umfrage klar vorn
Können Journalistinnen und Journalisten die neue SRG-Generaldirektorin wählen, wäre es SRF-Kulturchefin Susanne Wille. (Bild. SRF/Matthias Willi)

Geht es nach den Schweizer Medienschaffenden, soll Susanne Wille SRG-Generaldirektorin werden. In einer vom Branchenmagazin Schweizer Journalist:in durchgeführten Umfrage erhielt die SRF-Kulturchefin 45 Prozent aller Stimmen. Knapp 400 Journalistinnen und Journalisten sowie Kommunikatoren und Medienexperten hätten an der Umfrage teilgenommen, heisst es in der aktuellen Ausgabe.

Auf dem zweiten Platz landete Ladina Heimgartner mit 35 Prozent der Stimmen, dies vor alt Bundesrätin Doris Leuthard (26 Prozent) und Swissinfo-Chefin Larissa Bieler (17 Prozent). Jonas Projer, der FDP-Generalsekretär werden soll, bekam als bestgewählter Mann 13 Prozent der Stimmen, dies vor alt Bundesrat Alain Berset (13 Prozent). SRF-Direktorin Nathalie Wappler landete laut Umfrage lediglich auf dem achten Platz.

In sechs Bereichen konnten mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge von SRG-Generaldirektor Gilles Marchand bewertet werden. Bestnoten in den Kategorien «Kommunikation», «Netzwerker» und «Charisma» holte Doris Leuthard. Susanne Wille, die im Dezember eine Management-Weiterbildung (Executive Master of Business Administration) abschloss, landete auf dem ersten Platz in der Kategorie «Teamplayer». Roger Schawinski holte jeweils die ersten Plätze in «Kann Erfolge vorweisen» und «Innovation». In der Gesamtwertung reichte es für den Platz sieben.

Roger Schawinski will nicht

Roger Schawinski könne sich gerne bewerben, sagte SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina auf eine entsprechende Frage eines Tages-Anzeiger-Journalisten. «Ich denke, es gibt genug Personen, die das notwendige Rüstzeug und Herzblut haben», so Cina in einem am Freitag erschienenen Interview. «Alle, die sich für die Position interessieren, müssen sich über den ordentlichen Ausschreibungsprozess dem Auswahlverfahren stellen.» Ob Mann oder Frau, sei egal. «Wir suchen die passendste Person.» Die Bewerbungsfrist endet am Dienstag.

Allerdings steht Schawinski für eine Kandidatur nicht zur Verfügung, wie er gegenüber persoenlich.com sagte. «In meinem Alter kann man sich aktuell nur noch für den unbedeutenden Job als US-Präsident bewerben, nicht aber für die extrem wichtige Position eines SRG-Generaldirektors. Denn dazu soll man gemäss gesuchtem Profil zwischen 42 und 55 Jahren alt sein, was ich mit meinen 78 Jahren haarscharf verfehle.» Dieser Job hätte ihn aber auch in jüngeren Jahren nie interessiert.

Cina warnt vor Budgetkürzungen

Cina zeigt sich im Tagi-Interview optimistisch, dass die Halbierungsinitiative abgelehnt wird. Er betont die Bedeutung des Service public und weist auf drohende Einsparungen und Stellenabbau hin. Cina lehnt Medienminister Albert Röstis Kompromiss ab und argumentiert, dass die geplanten Reduktionen den Leistungsauftrag gefährden würden. Trotz Kritik an SRG-Gebühren verteidigt er die Notwendigkeit der Mittel.

Cina betont weiter die Unabhängigkeit der SRG und erwartet von einem neuen Generaldirektor Fachkenntnisse, politisches Verständnis und Führungsfähigkeiten. Er lehnt die Idee einer Finanzkontrolle ab und betont die politische Neutralität der SRG. Trotz Kritik an der Berichterstattung sieht er die SRG als ausgewogen. (cbe)



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Kommentare

  • Dieter Widmer, 04.03.2024 09:10 Uhr
    Ich bin überzeugt, dass eine externe Kandidatur die beste Lösung für die SRG wäre. Eine kompetente Persönlichkeit mit Aussenblick täte dem Unternehmen gut.
  • Rudolf Penzinger, 02.03.2024 11:46 Uhr
    Wo eine Wille ist, da ist ein Weg.
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