Das Bezirksgericht Zürich hat die Verurteilung dreier Facts-Journalisten wegen Beschimpfung begründet. Tamedia, die das Nachtrichtenmagazin herausgibt, zieht das Urteil ans Obergericht weiter. "Wir werden am Freitag Berufung gegen das Urteil einreichen", sagte Andras Meili, Leiter Rechtsdienst bei der Tamedia, am Donnerstag auf Anfrage. Das Urteil des Bezirksgerichts berücksichtige die vom Bundesgericht aufgestellten Kriterien für eine zulässige Satire ungenügend. Satire dürfe überzeichnen, kritisieren und Personen oder Ereignisse mit Ironie darstellen.
Konkret geht es um eine Fotomontage, in der die Köpfe von Zirkusdirektor Franco Knie und Prinzessin Stephanie von Monaco auf zwei fast nackte Körper montiert wurden. Franco Knie liegt dabei in einem Zirkuswagen auf dem Bett, bekleidet mit einem Elefantentanga mit Rüssel. Prinzessin Stephanie steht in Unterwäsche daneben. Gemäss Bildlegende war die Prinzessin "ganz scharf auf Franco Knies neuste Elefantennummer."
'Schlüpfrig, obszön und verderbt'
Das Bezirksgericht bezeichnet in seiner am Donnerstag veröffentlichten Urteilsbegründung die Fotomontage, die im März im Facts erschienen ist, als "eine äusserst schlüpfrige, ans Pornografische grenzende, obszöne und verderbte Diskreditierung der Dargestellten." Damit würden die Dargestellten nicht nur der Lächerlichkeit preisgegeben, sondern "krass beleidigt und in ihrer Ehre verletzt."
Laut Gericht muss man in diesem Zusammenhang zwischen satirischen Darstellungen aus öffentlichem, politischem oder beruflichem Bereich und solchen aus dem privaten oder gar intimen Bereich unterscheiden. Im letzteren Fall müsse der Bezug zur Realität "augenfällig, direkt und unmittelbar" sein. Im vorliegenden Fall seien die Macher zu weit gegangen. Selbst wenn die Beziehung zweier Menschen "Intimitäten einschliessen sollte", genüge dies als Rechtfertigung nicht, einen rein sexuellen Vorgang darzustellen. Genau das mache aber die Fotomontage. Die beiden Abgebildeten scheinen laut Bezirksgericht "einzig an den bevorstehenden Geschlechtsakt zu denken."

