In einem Interview mit der Zeitung "Der Sonntag" spricht Tom Kummer erstmals über den Dokumentarfilm "Bad Boy Kummer" von Miklós Gimes. Kummer sagte den Besuch der Premieren in Zürich und Bern kurzfristig ab. "Ich will und muss hier arbeiten und für einen reibungslosen Ablauf meiner Paddle-Tennis-Schule und meines Familienlebens sorgen", sagt Kummer jetzt im "Sonntag": "Das ist alles, was für mich momentan zählt." Gimes habe ihn als "sein Objekt der Begierde ausgewählt und vorgeführt". Er habe mit seiner Mithilfe die eigene Persona "Bad Boy Kummer" erschaffen: "Für diesen Job wurde ich bezahlt", bestätigt Kummer, der heute als Tennislehrer in Los Angeles arbeitet.
Als Erklärung für seine Fälschungen von Interviews mit beispielsweise Mike Tyson, Pamela Anderson oder Quentin Tarantino sagt Kummer: "Es kamen ständig Anrufe aus Zürich, München, Hamburg oder Berlin. Wo ist das nächste Interview? Und je mehr ich die Leute süchtig nach meiner Ware machte, desto süchtiger wurde ich selbst nach meinem eigenen Stoff. Es war eine verzwickte Lage. Schwer nachvollziehbar." Seine Chef seien "Kummer-Junkies" gewesen: "Leute wie Roger Köppel, die so tun, als ob meine Texte ihre Branche gefährden würde, Texte, die sie selbst einmal im Wochentakt eingefordert haben." Er selbst wollte die ganze Welt "immer nur in Anführungsstrichen sehen", so Kummer. Er habe "nichts anderes verdient als so eine Art Verbannung". Nach eigenen Angaben arbeitet Kummer an einem Roman.

