Die italienischen Fernseh- und Radiosender sind von der Krise der letzten Jahre schwer belastet worden. Wegen Rückgängen im Werbebereich hat der Sektor seit 2008 rund 35 Prozent seiner Einnahmen verloren, berichtete der Präsident des Branchenverbands Confindustria Radio TV, Rodolfo De Laurentiis, nach Medienangaben vom Mittwoch.
Die beiden Schwergewichte des italienischen Fernsehbereichs – RAI und Mediaset - hätten im Zeitraum 2008 bis 2013 jährlich 200 Millionen Euro verloren. Die Fernsehbranche habe 1,3 Milliarden Euro Investitionen kürzen müssen, im Radiosektor seien es 119 Millionen Euro gewesen.
Auch der Bereich Pay TV leide stark unter der Krise, berichtete De Lurentiis. Die Zahl der Abonnenten des TV-Konzerns Sky Italia sei nach einem Hoch von fünf Millionen im Jahr 2011 auf 4,8 Millionen gesunken.
Internet-Giganten konkurrieren
De Laurentiis klagte über die Privilegien von Internet-Giganten wie Google, Amazon, Yahoo, Facebook und Twitter, die im selben Bereich der traditionellen Radio- und TV-Gruppen konkurrieren und starke Werbeeinnahmen melden, obwohl sie sich nicht an die Regeln des Fernsehmarkts halten, wie Einschränkungen bei der Zahl der gesendeten Spots, Pflicht einer unabhängigen Berichterstattung und Förderung europäischer Produktionen.
De Laurentiis beklagte die Schäden durch illegale Film-Downloads. Für die Film- und Musikbranche bedeute dies Verluste von jährlich 3 Milliarden Euro in Italien. (sda)

