13.10.2015

20 Minuten

"Unsere Hauptaufgabe ist nicht, NGOs zu finanzieren"

Tamedia wird die Inserateeinnahmen von 138'000 Franken nicht spenden.
20 Minuten: "Unsere Hauptaufgabe ist nicht, NGOs zu finanzieren"

Am Mittwoch erscheint das zweiseitige Inserat von Donat Kaufmann an vorderster Front von "20 Minuten". 138'000 Franken nimmt Tamedia durch die Aktion gegen die "Käuflichkeit der Medien" ein. In den letzten Tagen wuchs der Ärger über den Profit, den das Medienhaus daraus schlägt. In den sozialen Medien wurde Tamedia deshalb mehrfach aufgefordert, den Betrag an ein Hilfswerk oder ein NGO wie Reporter ohne Grenzen zu spenden (persoenlich.com berichtete).

Bei Tamedia winkt man auf Anfrage von persoenlich.com ab: "Unsere Hauptaufgabe ist aber nicht, Hilfswerke oder NGOs zu finanzieren, sondern unseren Leserinnen und Lesern mit Publizistik gute Information und Unterhaltung zu bieten. Dafür setzen wir unsere Inserateeinnahmen ein", sagt Sprecher Christoph Zimmer. Reporter ohne Grenzen leiste ohne Zweifel wichtige Arbeit. Deshalb habe man sie auch schon mit finanziellen Beiträgen unterstützt. Zudem biete Tamedia allen Hilfswerken oder NGOs mit ZEWO-Gütesiegeln stark vergünstige Werbetarife an.

Überraschend wird diese Antwort die Nutzer nicht. Auf Facebook und Twitter zeigten sich viele nach Aufkommen der Forderung begeistert, aber realistisch. "Das machen die bestimmt nicht. Das ist aus zeitungsunternehmersicht ein ganz normales Inserat", heisst es in einem Kommentar.

Aus Protest gegen das prominente SVP-Inserat in der Pendlerzeitung startete der Student Donat Kaufmann Mitte September eine Crowdfunding-Kampagne. Am vergangenen Mittwoch ist das nötige Geld auf wemakeit.com zusammengekommen. (wid)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören