Das Urteil im Prozess gegen Jörg Kachelmann wird möglicherweise erst 2011 gesprochen. Der Verteidiger des TV-Wettermoderators geht nicht mehr von einer Verkündung im Jahr 2010 aus. Als Grund nannte Reinhard Birkenstock am Montag das "ausserordentlich gründliche" Vorgehen des Gerichts.
Offiziell ist der Prozess vor dem Landgericht Mannheim bis 21. Dezember terminiert. Vor dem Landgericht Mannheim sagte am Montag eine 29-jährige Försterin aus. Die Aussage der Ex-Freundin von Kachelmann, die ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgte, könnte den Angeklagten belasten. Laut früheren Medienberichten soll sie am Morgen nach der mutmasslichen Vergewaltigung mit dem Angeklagten telefoniert und ihn als aufgewühlt beschrieben haben.
Unterdessen zeichnet sich ab, dass auch das mutmassliche Opfer nochmals in den Zeugenstand muss. Grund sind die umfangreichen Chat-Protokolle, die dem Gericht vorliegen. Hierzu soll die Radiomoderatorin nochmals befragt werden. Sie bleibt bei ihrer Beschuldigung, Kachelmann habe sie nach einem Streit mit dem Messer bedroht und vergewaltigt.
Der Schweizer Meteorologe bestreitet die Tat und spricht von einer einvernehmlichen Trennung. Im Prozess schweigt der 52-Jährige jedoch. Vor dem Landgericht Mannheim steht auch nach 14 Verhandlungstagen Aussage gegen Aussage. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt. Bei der Befragung von Zeugen aus dem beruflichen Umfeld Kachelmanns wird die Öffentlichkeit voraussichtlich zugelassen. (sda)

