17.11.2020

Katalysatohr 2020

Vanessa Sadecky und Sarah Fluck holen Audio-Förderpreis

Die beiden Journalistinnen gewinnen die Auszeichnung mit einer persönlichen Aufarbeitung des «Fall Behring».

Auch bei der zweiten Ausschreibung des von der Stiftung Radio Basel lancierten Förderpreises «katalysatOHR» hatte die Jury die Qual der Wahl. Das zur Verfügung stehende Zeitbudget musste mehr als ausgereizt werden, schreiben die Organisatoren. Die jungen Journalistinnen Sarah Fluck und Vanessa Sadecky schwangen schlussendlich obenauf. Ihr Exposé zum Thema «Der Bluff: wie Behring die Schweiz betrog - und meinen Vater» habe die Jury am nachhaltigsten überzeugt. Der Entscheid sei einstimmig gefallen.

Die fünfköpfige Jury unter der Leitung von Stiftungsrat Michael Motter musste dieses Jahr nur fünf Einreichungen beurteilen (letztes Jahr waren es 16). Da sich diese durchweg nicht nur durch spannende Themenwahl, sondern auch durch überzeugende Umsetzungskonzepte auszeichneten, kann die Stiftung Radio Basel auch dieses Jahr ein würdiges Siegerprojekt präsentieren.

Der Preis von 6000 Franken geht somit an das Gewinnerinnen-Duo Fluck und Sadecky. Mit ihrem geplanten Podcast in sechs Akten beleuchten sie zwar ein bekanntes Thema. Aber die persönliche Perspektive von Sarah Fluck als Tochter eines von Dieter Behring Betrogenen ist ein ganz anderer, authentischer Zugang zu dieser Affäre.

Vanessa Sadecky als Nicht-Betroffene garantiert für die nötige Objektivität und Aussensicht. Auch der Gegensatz von zwei Schweizer Parallelwelten, hier die ländlich-heile Welt (der Vater wuchs auf dem Bauernhof auf), dort die undurchsichtige, habgierige Finanzwelt, verspricht Spannung. Und die Klärung der Rolle von Ex-Bundesanwalt Michael Lauber in dieser Causa dürfte aus heutiger Sicht ebenfalls auf Interesse stossen.

Neben dem Förderbeitrag werden die beiden Frauen ihr Hörstück im Basler SRF-Studio produzieren können. Der Preis wird voraussichtlich am 28. Februar 2021 im Rahmen des Berner Sonohr-Festivals offiziell vergeben. Ob live oder virtuell, ist aufgrund der Coronasituation noch nicht abzusehen. Das fertig produzierte Hörstück wird im Folgejahr präsentiert. (pd/wid)



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Kommentarfunktion wurde geschlossen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20201202

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.