14.09.2026

Todesfall

Verleger Jürg Marquard verstorben

Der Zürcher Medienunternehmer ist nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren verstorben. Er hatte über Jahrzehnte den deutschsprachigen und osteuropäischen Zeitschriftenmarkt geprägt und galt als einer der reichsten Schweizer.
Todesfall: Verleger Jürg Marquard verstorben
Verleger Jürg Marquard in einer Aufnahme von 1994. (Bild: Keystone)

Wie Blick unter Berufung auf das engste Familienumfeld berichtete, starb der Gründer und Inhaber der Marquard Media Gruppe am Montag in Zürich. Er hinterlässt seine Ehefrau Raquel und fünf Kinder.

Der gebürtige Urdorfer lancierte 1965 als 20-Jähriger mit wenigen Tausend Franken Startkapital die Jugendzeitschrift Pop, später bekannt als Pop/Rocky, und schaffte 1981 mit Cosmopolitan den Durchbruch; 1993 galt er als bestverdienender Schweizer Verleger.

Auch im Fernsehen war Marquard präsent: 2005 stand er als Produzent und Protagonist der Sendung «Traumjob» vor der Kamera, ab 2019 investierte er als Löwe in «Die Höhle der Löwen Schweiz». Von 1970 bis 1974 moderierte Marquard zudem die Schweizer Radio-Hitparade, was ihm den Übernamen «Mister Pop» einbrachte; in dieser Zeit verkehrte er auch mit Musikgrössen wie Jimi Hendrix.

Rund 30 Jahre lang führte er die Marquard Media AG von Zug aus, zuletzt mit über 70 Medienprodukten in 18 Ländern, und verzichtete bewusst auf einen Börsengang, um autonom entscheiden zu können. Auch die Mister-Schweiz-Organisation gehörte zeitweise zu seinem Portfolio. «Es ging mir nie um Macht und Einflussnahme», sagte er 2011 der Neuen Luzerner Zeitung. Das Magazin Bilanz bezifferte sein Vermögen zuletzt auf 300 bis 400 Millionen Franken. (nil)


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KOMMENTARE

Max Röthlisberger
15.09.2026 08:15 Uhr
Vor 57 Jahren +/- diese Jahreszeit im Jahre 1969 hat Jürg Marquard mich Vierzehnjährigen per Anhalter von Aarau her Richtung Olten mitgenommen. Er fuhr einen Rolls Royce oder Bentley und war in Begleitung von zwei Damen. Herr Marquard hielt bei der Glockengiesserei an und bat die Dame auf dem Beifahrersitz: „Lass den Buben doch vorne sitzen“. Um irgendwas zu sagen, meinte ich während der Fahrt zu Jürg Marquard:“ Ist auch noch spät, um geschäftlich unterwegs zu sein?“ Herr Marquard drehte sich zu mir um und sagte mir einem Grinsen : „Weisch Bueb, es isch nie zschpot, um äs Gschäft zmache“. Diese Worte haben mich mein Leben lang begleitet und sie waren eine der Quellen meines geschäftlichen Erfolges im Pro-Audio Business. RIP!
Victor Brunner
14.09.2026 17:41 Uhr
Unvergesslich "Mister Pop, Jürg Marquard präsentiert die wöchentliche Radio Hitparade". Marquard war auch ein Pionier wie Schawi. Er wusste in einer verknöcherten Zeit was Junge wollten! RIP!