Unter dem Titel "Die Basler Zeitung im Umbruch: Absichten des Verlegers Erwartungen der Stadt" organisierte die PR-Agentur Farner in Basel ein prominent besetztes Forum. Rund 100 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verfolgten ein angeregtes Gespräch zwischen dem neuen Verleger der Basler Zeitung (BaZ), Martin Wagner, dem Regierungspräsidenten des Kantons Basel-Stadt, Guy Morin, und Eric G. Sarasin, Mitglied der Geschäftsleitung der Bank Sarasin.
Die Leitfragen für die Diskussion kamen von Baschi Dürr, dem Geschäftsführer von Farner Basel: Was darf die Stadt und Region Basel von den neuen Eigentümern der BaZ, Martin Wagner und Tito Tettamanti, erwarten? Und wo steht die Basler Zeitung in fünf oder zehn Jahren? Alle Diskussionsteilnehmer betonten die hohe Bedeutung der Qualität im Journalismus. Nur wenn korrekt berichtet werde und die journalistische Aufbereitung einen Mehrwert gegenüber der reinen News-Verbreitung bringe, werde eine Tageszeitung Erfolg haben.
Eric Sarasin sprach sich für eine "wirtschaftsfreundliche und staatskritische" Zeitung aus, die weiss, wo sie steht. Guy Morin sah in der Unterstützung des gesellschaftlichen Konsenses eine weitere Aufgabe der Basler Zeitung. Verleger Martin Wagner bat um Geduld: Noch seien nicht alle geplanten Änderungen umgesetzt. Es sei aber seine feste Absicht, die "Basler Zeitung" zu "dem Medien-Brand" der Region werden zu lassen.
Beim Stehlunch ging die Diskussion unter dem Publikum weiter. So meinte etwa die "höchste Baslerin", Grossratspräsidentin Annemarie von Bidder: "Ich erwarte, dass die Basler Zeitung ihre Verantwortung wahrnimmt und mit guten Rechercheleistungen die Meinungsbildung und den demokratischen Prozess fördert." Gemäss Felix Grisard, Verwaltungsratpräsident von HIAG, soll die "BaZ" vermehrt an Profil gewinnen: "Sie braucht eine Seele." Hans Rudolf Matter, Direktionspräsident der Basler Kantonalbank, hofft, dass der neue Verleger umsetzen kann, was er plant. Im Urteil von Dieter Kohler, dem Leiter der Regionalredaktion Basel-Stadt/Baselland von Schweizer Radio DRS, dürfte dies nicht zuletzt von den finanziellen Rahmenbedingungen abhängen.

