10.06.2016

ARD/ZDF

Verzerrt Köppel im Ausland das Bild der Schweiz?

Cédric Wermuth beschwert sich bei ARD und ZDF darüber, dass Köppel in Talkshows zu oft die Schweiz vertrete. Köppel wehrt sich gegen «Anschwärzer» Wermuth.
ARD/ZDF: Verzerrt Köppel im Ausland das Bild der Schweiz?

Wenn die Redaktionen der deutschen Talkshows einen Schweizer Gast einladen wollen, denken sie offenbar meistens an den Verleger und SVP-Nationalrat Roger Köppel. So war Köppel letzte Woche Gast in der Sendung «Hart aber, fair», die sich Donald Trump widmete (persoenlich.com berichtete).

Dem SP-Nationalrat Cédric Wermuth geht Köppels Dauerpräsenz in Deutschland offenbar gegen den Strich: «Mit der einseitigen, wiederholten und ausschliesslichen Einladung an einen rechtsextremen Politiker zementieren Ihre Formate auf zwar vielleicht quotenfördernde, aber doch recht billige Art und Weise ein völlig verzerrtes Bild der Schweiz.» Das schieb Wermuth in einem offenen Brief an ARD und ZDF und forderte die Sender dazu auf, ihre Einladungspraxis zu ändern.

Gegenüber «20 Minuten» wehrte ARD-Chefredaktor Thomas Baumann ab. Zwar sei Köppel 2015 und in den ersten Monaten dieses Jahres «in erhöhter Frequenz» zu Gast gewesen dies stehe aber mit der aktuellen Themenlage in Zusammenhang.

Man werde im deutschen Fernsehen auch in Zukunft nicht auf Köppel verzichten, die Moderatoren könnten aber in Zukunft darauf hinweisen, dass Köppel «eben nicht die Schweiz repräsentiert», so Baumann. Köppel selber wehrte sich gegen Wermuths Intervention. "Herr Wermuth sollte nicht mich im Ausland anschwärzen, sondern an seinen eigenen intellektuellen und rhetorischen Fähigkeiten arbeiten, damit man ihn freiwillig einlädt", so der SVP-Nationalrat. (lcv)


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KOMMENTARE

Lara Kraft
14.06.2016 10:31 Uhr
Herr Todd, Sie scheinen mir ein bisschen die Realität verpasst zu haben. Herr Köppel wird nicht so oft eingeladen, weil er angeblich kompetent und eloquent sei, sondern weil er eine Freakshow in Personalunion ist. Haben Sie verpasst, wie er während der letzten "Hart aber fair"-Sendung von Heiko Maaßen und Serdar Somuncu wie ein Fisch filetiert wurde? Wahrscheinlich nicht.
R. Todd
13.06.2016 23:49 Uhr
Sehr zutreffende Aussage von Herrn Roger Köppel auf die Beschwerden von C. Wermuth, Durch das vorteilhafte Auftreten und den kompetenten Aussagen und Darlegungen in den TV-Gesprächsrunden ist Herr R. Köppel ein gesuchter Gast, selbige Qualitäten besitzt nunmal Herr C. Wermouth nicht in dem Umfange von Herr R. Köppel und wird dadurch nur gering oder nicht von ausländischen TV-Sendern eingeladen zu politischen Gesprächsrunden. Man kann den Neid und den Missgunst von Hr. C. Wermuth in geringen Masse nachvollziehen, aber letztendlich ist er unentschuldbar in seiner dargelegten Form. Vieleicht hift in der Sache für Hr. C. Wermuth nur schon eine ordentliche Gesichtsrasur und eine ordentliche Portion Respekt für anders Denkende. Kpof hoch Herr C. Wermuth nur Mut.
Dieter Widmer
13.06.2016 09:06 Uhr
Und trotzdem ist die Einladung Köppels falsch. Für die ARD-/ZDF-Zuschauer entsteht tatsächlich der Eindruck, Köppel müsse ein wichtiger Schweizer Politiker, wenn er "in erhöhter Frequenz" eingeladen wird.
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