An der Anti-WEF-Demo vom Samstag in Bern ist ein SRF-Kamerateam von Vermummten tätlich angegriffen worden. Ein Personenschützer konnte den Kameramann in Sicherheit bringen, unversehrt blieb auch der Tontechniker. Ein weiterer Personenschützer kassierte Schläge und Tritte. SRF verurteile den Angriff in aller Form, sagte SRF-Sprecherin Andrea Wenger gegenüber der «Berner Zeitung» (Artikel kostenpflichtig). «Generell stellen wir fest, dass die Schwelle, Gewalt anzuwenden, zu sinken scheint», so Wenger weiter. «Wenn Personenschützer zum Einsatz kommen, arbeitet SRF mit privaten Sicherheitsfirmen zusammen.»
«Der Angriff galt nicht den Journalisten, er galt Stefan Wüthrich», schrieb die Revolutionäre Jugendgruppe Bern nach dem Vorfall auf Twitter. Wüthrich wurde von SRF als Personenschützer beauftragt. Der Betreiber eines Selbstverteidigungs- und Fitnessstudios war 2005 Ortsleiter der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) in Langenthal. Mit der Pnos habe er aber schon lange nichts mehr am Hut, so Wüthrich gegenüber der «Berner Zeitung». SRF sucht nun das Gespräch mit der Sicherheitsfirma.
Demo auch in Davos
Passt nun SRF nach diesem Zwischenfall das Sicherheitsdispositiv in Davos an? Das WEF hat am Dienstag begonnen. «Die Sicherheit am WEF wird gross geschrieben», so SRF-Sprecher Stefan Wyss auf Anfrage von persoenlich.com. Das Gelände rund um das Kongresszentrum sei eine Hochsicherheitszone. «Da braucht es keinen zusätzlichen Schutz.»
Am Donnerstag führt die Juso in Davos eine bewilligte Demo durch. «Nach Rücksprache mit der Polizei vor Ort und weil es eine Demo ist, die stationär auf einem Platz stattfindet, verzichten wir auf Personenschutz», sagte Wyss weiter. (cbe)

