14.01.2014

SRF

Viel Show, Sport und Schweizer Filme

Endlich liegen die SRF-Fernsehsender wieder über der psychologisch wichtigen Marke von 30 Prozent. 2013 erreichten die Programme einen durchschnittlichen Marktanteil von 30,4 Prozent und 2014 dürften die Zahlen dank den Olympischen Winterspielen in Sotschi und der Fussball-WM in Brasilien noch besser werden. Daneben steht das kommende Jahr im Zeichen von musikalischen Talenten und tatkräftigen Helden. Zudem wirft ein Themenschwerpunkt den Blick 100 Jahre zurück auf das Leben in der Schweiz vor dem Ersten Weltkrieg. persoenlich.com war am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz dabei und stellt einige Programm-Highlights vor.
SRF: Viel Show, Sport und Schweizer Filme

Die Programme von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) sind in hiesigen Stuben noch immer unangefochten am beliebtesten: Die SRF-Fernsehsender erreichten 2013 einen Marktanteil von durchschnittlich 30,4 Prozent. Am Hauptabend betrug er gar 39,4 Prozent.

Damit schafft es die SRF-Sendergruppe erstmals seit zwei Jahren wieder über die psychologisch wichtige Marke von 30 Prozent, wie aus den am Dienstag von SRF veröffentlichten Zahlen hervorgeht. 2012 hatte der Marktanteil noch 29,3 Prozent betragen.

Allerdings lassen sich die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichen, da im vergangenen Jahr eine neue Messmethode eingeführt wurde. Diese Methodik erfasst auch die zeitversetzte Nutzung.

Zeitversetzte Nutzung vor allem für Serien
Der Anteil der zeitversetzten Nutzung hält sich allerdings noch in Grenzen. SRF-Direktor Ruedi Matter erwartet nicht, dass dies in den kommenden Jahren stark ändern wird.

Im Nachhinein angeschaut würden vor allem fiktionale Sendungen und Serien, sagte er am Dienstag vor den Medien. "Verglichen mit anderen Sendern haben wir sehr viele Informationsformate, die erfahrungsgemäss seltener zeitversetzt genutzt werden."

Zufrieden ist Matter mit den Zahlen der sechs Radiosender. Der Marktanteil beträgt für das vergangene Jahr durchschnittlich 59,5 Prozent, womit die SRF- Stationen nach wie vor unangefochtene Marktführer sind. Allein Radio SRF 1 hat mit 32,3 Prozent mehr Marktanteil als alle Privatsender zusammen (30,8 Prozent).

Sportjahr 2014
Im laufenden Jahr dürften die Zahlen voraussichtlich noch besser werden. Denn 2014 ist ein grosses Sportjahr. Es wird mit den Olympischen Winterspielen in Sotschi, der Fussball-WM in Brasilien und der Leichtathletik-EM in Zürich Tausende vor den Bildschirm locken.

Bei der Leichtathletik-EM nimmt die SRG die aufwendigste, jemals von ihr realisierte TV-Produktion in Angriff: Als sogenannter Host Broadcaster produziert sie das Weltsignal. Dieses geht weltweit an alle Sender, welche die Wettkämpfe ausstrahlen.

Blasmusik und die Belle Époque
Neben dem Sport blickt SRF im kommenden Sommer mit einem Themenschwerpunkt auf das Jahr 1914 zurück. Drei Sendeformate setzen sich mit den Lebensumständen des damaligen Wirtschaftsbürgertums und der Arbeiterschaft, aber auch mit den vielen technischen Erneuerungen der Belle Époque auseinander. Herzstück des Themenschwerpunktes ist die Sendung "Anno 1914 – Leben wie vor 100 Jahren", die im Zürcher Oberland gedreht und im August ausgestrahlt wird (siehe Interview mit persoenlich.com). Wer gerne eine Zeitreise ins Jahr 1914 machen möchte, kann sich ab sofort bewerben

Im Herbst wird es dann musikalisch: 80’000 Schweizerinnen und Schweizer engagieren sich aktiv in Blasmusik-Formationen. Eine Auswahl tritt in der dreiteiligen Show-Eventreihe "Kampf der Orchester" gegeneinander an. SRF kürt am Ende die beste Blasmusik-Formation der Schweiz. Ab sofort kann man sich für die Show anmelden.

Bevor sich SRF auf die Suche nach den besten Bläsern macht, steht die Stimme im Fokus: Am 22. Februar startet die zweite Ausgabe der Unterhaltungsshow "The Voice of Switzerland". Sven Sarbach, Bereichsleiter Show und Events, verspach an der Jahresmedienkonferenz vom Dienstag "noch mehr Wettkampf und noch härtere Battles". Im letzten Jahr wurde Nicole Bernegger schon zu Beginn als Favoritin gehandelt: "Diesmal ist es ganz anders. Momentan drehen wir die Blind Auditions und es gibt viele Kandidaten, die gleich stark sind", so Sarbach.

Das IKRK und die Akte Grüninger
Konfliktherde, Krisen- und Kriegsgebiete sind die Einsatzorte der Delegierten des IKRK. Erstmals überhaupt hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz dem Fernsehen ein Jahr lang seine Türen geöffnet. Vier Videojournalisten und ein Kamerateam begleiteten Delegierte in der ganzen Welt bei der Arbeit. Die sechsteilige "DOK"-Serie "Zwischen den Fronten – IKRK-Delegierte im Einsatz" startet am 28. März 2014. Für die DOK-Produzentin Elvira Stadelmann war es ein "Riesen-Experiment", wie sie erklärte. "Wie wussten oft nicht, was uns erwartet. Vor allem der physische Stress durch die klimatischen Bedingungen war teilweise gross."

Sechs neue Fernsehfilme, darunter die zwei Tatort-Folgen "Zwischen zwei Welten" und "Verfolgt" mit Stefan Gubser und Delia Mayer, feiern am Sonntag in der Primetime auf SRF 1 Premiere. Im ersten Halbjahr 2014 bringt SRF das historische Drama "Akte Grüninger" auf die Bildschirme, welches Ende Januar auch in den Kinos sowie als Eröffnungsfilm an den Solothurner Filmtagen gezeigt wird. Weitere neue Schweizer Filme von SRF sind "Ziellos", ein Film, der von einem Jugendlichen ohne Perspektive erzählt, "Plötzlich Deutsch" sowie "Unser Kind". Dieser Film porträtiert ein Paar, welches erfährt, dass ihr ungeborenes Kind eine Behinderung hat. Sie stellen sich die Frage, ob sie es behalten sollen oder nicht. Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion bei SRF, hofft, dass dieser Film zu reden gibt. "Wie freuen uns über Kontroversen", so Fitze. (sda/pd/set)

Bilder: Oscar Alessio (SRF), Marco Lüthi


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen