An der Dufourstrasse wird nicht nur ausserhalb des Ringier-Pressehauses umgebaut. Auch intern, resp. organisatorisch bleibt kein Stein auf dem anderen. Wie persoenlich.com erfahren hat, mussten am Mittwoch vier Mitarbeiterinnen des "Blick"-Newsroom die Kündigung entgegennehmen. Es handelt sich um vier Frauen: "Eine Projektverantwortliche, eine Bildredaktorin, eine Fotografin und eine Journalistin“, bestätigte Kommunikationschef Edi Estermann eine entsprechende Anfrage von persoenlich.com. Warum gerade diese vier? "Die Personen wurden aufgrund der Restrukturierungspläne vom Leitungsteam eruiert", so Estermann.
Der Umbau wird andauern
Die Entlassungen stünden im Zusammenhang mit der momentan laufenden, umfassenden Weiterentwicklung des Newsrooms der "Blick"-Gruppe, für welche Ringier den früheren "Spiegel"-Chefredaktor Wolfgang Büchner engagiert hatte. Dieser nahm seine Arbeit vor rund einem Monat auf und geht dabei offensichtlich mit klarer Vision und viel Tatendrang ans Werk.
Am Mittwoch informierte er die Mitarbeitenden an der Dufourstrasse schon zum zweiten Mal über die Fortschritte des Projektes. Anlässlich dieser Veranstaltung wurde auch kommuniziert, dass der Umbau andauert und es zu weiteren Kündigungen kommen wird. Bei Ringier dürften diese Aussagen zu Nervosität führen, denn erst in den nächsten Wochen oder Monaten soll sich abzeichnen, welche Stellen wegfallen werden.
Inhalte fürs "Content Desk" produzieren
Estermann betont, dass es sich nicht um ein Sparprogramm handle, sondern um eine Weiterentwicklung des Newsrooms - auf dem Weg hin zu noch digitaleren Arbeitsprozessen. Ringier baue im Newsroom nicht ab, sondern um und suche deshalb gleichzeitig neue Mitarbeitende, vor allem mit Kenntnissen im Digital- oder Bewegtbildbereich.
Offenbar will das Medienunternehmen den Newsroom zu einem "Content-Desk" umbauen. Wie tagesanzeiger.ch am Donnerstag schreibt, soll dort alles fürs Digitale, für Mobile, Social Media und Video produziert werden. Laut diesen Plänen werden auch die beiden Zeitungstitel "Blick" und "SonntagsBlick" ihre Inhalte künftig vom Content-Desk beziehen. (eh)
Bild: Gaetan Bally, Keystone

