Seit der Gründung des Joint Ventures von Ringier, Swisscom und SRG steht es schlecht um das Verhältnis von Ringier und Tamedia. Dabei müsste dies nicht sein, meint Kurt W. Zimmermann in der aktuellen Ausgabe der "Weltwoche" (Online-Version kostenpflichtig). Der Medienkolumnist präsentiert einen Vorschlag, wie der Streit gelöst werden könnte: Warum nicht einfach Tamedia in die Allianz mit aufnehmen?
Zimmermanns Vorschlag zur Aussöhnung ist pragmatisch: "Es spielt keine Rolle, ob drei Partner je 33 Prozent oder vier Partner je 25 Prozent der Aktien halten." Er ist zuversichtlich, dass Tamedia-Verleger Pietro Supino dem Vorschlag zustimmen würde.
"stupider und unproduktiver Streit"
Denn Ringier und Tamedia, die beiden grössten Medienhäuser in der Schweiz, seien "Blutsverwandte", so Zimmermann. Beide hätten in den letzten Jahren eine Vielzahl von kommerziellen Internet-Plattormen eingekauft, beide seien im Bereich der digitalen News mit "20 Minuten" und "Blick" ganz vorne dabei und beide engagierten sich im Ausland. Im Gegensatz zu den restlichen Medienhäusern hätten sie die Klippe von Print zu digital geschickt umschiffen können – wieso also ihre strategisch ähnlichen Vorgehensweisen einem "stupiden und unproduktiven Streit" unterliegen lassen?
Tamedia wäre vierte Partnerin
Dass sich Supino aus ordnungspolitischen Gründen an der Werbeallianz stört, sei legitim, aber nicht der Realität entsprechend: "Ein Markt wie der Medienmarkt, der sich in einem rasanten Wandel befindet, kann nicht mit politischen Prinzipien gestaltet werden", schreibt Zimmermann. Der Umbruch in die digitale Welt erfordere auch neue Formen der Kooperation, und dieser Streit behindere diese, ja würde die Entwicklung des Medienmarktes gewaltig blockieren.
Mit der Aufnahme von Tamedia in die Werbeallianz könnte dieser Zwist behoben werden. (sg)
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