27.09.2018

Verband Schweizer Medien

Von der Krise der Medienmacher

Verlegerpräsident Pietro Supino hat an der Mitgliederversammlung ein Plädoyer für die Unabhängigkeit der Medien gehalten.
Verband Schweizer Medien: Von der Krise der Medienmacher
Verlegerpräsident Pietro Supino kritisierte auch den Entwurf für das neues Gesetz über elektronische Medien. (Bild: Swiss Media Forum)

An der Mitgliederversammlung des Verbandes Schweizer Medien, die im Vorfeld des Medienkongresses in Luzern stattfand, hielt Verlegerpräsident und Tamedia-Verleger Pietro Supino ein Plädoyer für die Unabhängigkeit der Medien. Neue Formen der Mediennutzung liessen herkömmliche Geschäftsmodelle erodieren, sagte Supino laut Redetext. Manche Betroffene und Beobachter zeichneten ein düsteres Bild. Er wolle aber nicht von einer Medienkrise sprechen, vielmehr von einer «Krise der Medienmacher».

Es werde befürchtet, dass Medien ihre demokratiepolitisch wichtige Funktion nicht mehr wahrnehmen könnten, sagte Supino. «Und es wird staatliche Hilfe gefordert.»

Bevor aber nach neuen Formen der Medienförderung gesucht werde, sollte der «absurde Poststreit» gelöst werden, forderte er. Die Post, welche die Zeitungen vertreibe, nutze ihr Monopol, um die Kosten den Zeitungsunternehmen zu belasten. Sie gefährde die Zukunft der abonnierten Zeitungen.

«Ultima ratio»

Der Verlegerpräsident kritisierte weiter auch den Entwurf für das neues Gesetz über elektronische Medien: «Ein Gesetz in der vorliegenden Form wäre schädlich.» Bereits die Bezeichnung erscheine widersinnig. «Es gibt heute keine Medien, die nicht auch elektronisch sind.»

Für die Unabhängigkeit der Medien, so Supino, stelle jede Form der direkten Medienförderung ein Risiko da. «Sie sollte darum ultima ratio bleiben.» (sda/cbe)

 


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KOMMENTARE

Victor Brunner
28.09.2018 08:48 Uhr
Aus Artikel: Tamedia-Verleger Pietro Supino ein Plädoyer für die Unabhängigkeit der Medien. Wenn ich so etwas von Supino lese muss ich den Kopf schütteln, nur gut spricht er nicht noch von Vielfalt. Die Medien, Zeitungen und deren Journalisten, sind längst nicht mehr unabhängig. In der Teppichetage wird der Kurs bestimmt, Regionalzeitungen müssen den Einheitsbrei aus der "Stadt" drucken, TA. Da ist die Unabhängigkeit flöten. Bei Ringier bestimmt die Teppichetage den People- und Parteifokus, täglich in BLICK zu lessen! Die Verleger ruinieren ihr Geschäft selber, wo abgebrochen wird entsteht selten gutes Neues und die sogenannte "4. Gewalt" ist nur noch ein Abklatsch von Möchtegern!
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