"Klauen, auseinander bauen und als vermarktbare Reichweite weiterverticken" - so sieht das Erfolgsrezept von "Focus Online" gemäss Bild.de-Chefredaktor Julian Reichelt momentan aus. Das sei nichts anderes als "digitale Hehlerei" - wofür der dortige Chefredaktor Daniel Steil auch noch gefeiert werde, wie Reichelt im Interview mit Turi2.de sagte.
Das Problem sei, dass die kostenpflichtigen Inhalte von "Bild Plus" nicht von Google angezeigt werden. Das mache es doppelt attraktiv, diese Geschichten zu verwerten. Mit der "berüchtigten Focus.de-Google-Optimierung" kämen User dann nicht auf Bild.de, sondern eben auf Focus.de.
Steil gehe es nur darum, die Reichweite zu steigern, egal wie. "Vom Kerngeschäft des Journalismus entfernt er sich und die Marke Focus immer mehr. Klauen, klauen, klauen und an die Reichweite denken", fasst Reichelt zusammen.
Diese Vorgehensweise hatte in den vergangenen Wochen schon mehrmals für Ärger gesorgt, Reichelt und "Bild"-Chefredaktor Kai Diekmann äusserten auch via Twitter ihren Unmut:
Wer beide Aufmacher von @Focusonline im Original lesen will, geht auf @BILD. @SteilD pic.twitter.com/747dNN9u7K
— Julian Reichelt (@jreichelt) 16. Mai 2014Tolle Focus-Story, Daniel - bisschen peinlich, oder? “@SteilD: Morddrohungen gegen Carsten Maschmeyer #bild.de http://t.co/QdL6MzUjps”
— Kai Diekmann (@KaiDiekmann) 15. Mai 2014"Focus Online" ist mittlerweile hinter Bild.de auf Platz zwei der reichweitenstärksten deutschen Nachrichtenportale und legt weiter zu. "Spiegel Online" wurde bereits abgehängt, wie Meedia.de berichtete.
Der angegriffene "Focus Online"-Chef Daniel Steil will laut Turi2.de am Donnerstag Stellung beziehen. (Turi2/lmy)

