14.07.2025

TX Group

Vorwürfe gegen Supino wegen Artikel-Löschung

TX-Group-Verwaltungsratspräsident Pietro Supino soll beim Ringier-CEO interveniert haben, um einen kritischen Bericht über seinen Konzern zu stoppen. Die TX Group wies den SonntagsBlick-Artikel vehement als unwahr zurück.
TX Group: Vorwürfe gegen Supino wegen Artikel-Löschung
Pietro Supino, Verwaltungsratspräsident der TX Group (rechts), soll bei Ringier-CEO Marc Walder interveniert haben, um die Löschung eines kritischen Artikels zu erwirken. Aufnahme vom SwissMediaForum vom 15. Mai 2025 im KKL in Luzern. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

TX-Group-Verleger Pietro Supino hat laut einem Bericht der Republik persönlich bei Ringier-CEO Marc Walder interveniert, um die Veröffentlichung eines kritischen Artikels zu verhindern. Der SonntagsBlick hatte vor zwei Wochen unter dem Titel «Heisse Gerüchte um den Zürcher Platzhirsch» über mögliche Veränderungen beim Medienkonzern spekuliert.

Der Artikel thematisierte den bevorstehenden Börsengang der Swiss Marketplace Group und stellte die Frage, ob sich die TX Group künftig wieder verstärkt auf die Publizistik konzentrieren könnte. Die TX Group hatte die Spekulationen im Artikel vehement dementiert.

Löschung aus Medienarchiv

Gemäss der Republik, die sich auf «mehrere voneinander unabhängige Quellen» beruft, griff Supino nach Erscheinen «aufs Schärfste» bei Walder ein. Ringier soll daraufhin auf die Online-Veröffentlichung verzichtet und den Artikel drei Tage später aus der Schweizer Mediendatenbank SMD gelöscht haben. Laut Republik dürfte dieser Eingriff möglich gewesen sein, da Ringier und die TX Group je ein Drittel der SMD-Aktien besitzen.

Auf Anfrage von persoenlich.com geben sich beide Medienhäuser wortkarg. Bei der TX Group heisst es: «Wir kommentieren keine Gerüchte.» Und bei Ringier: «Wir kommentieren weder Gerüchte noch interne Abläufe oder Entscheide.»

Die TX Group und Ringier sind Konkurrenten, arbeiten aber in verschiedenen Bereichen zusammen – etwa bei der Swiss Marketplace Group. (cbe)


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KOMMENTARE

Peter Schneider
15.07.2025 05:36 Uhr
Wenn ein Verlag (A) einem anderen Verlag (B) so eine Löschung gewährt, wird dieser (B) der Bitte im umgekehrten Fall (von A) dann auch nachkommen. Damit geht Hauptfunktionen der Medien total verloren: Information, Kontrolle, Transparenz, etc.
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