Nachdem die Verlage Tamedia und Ringier die Westschweizer Zeitung "Le Temps" zum Verkauf ausgeschrieben haben, reagieren nun die Regierungen der Kantone Waadt und Genf. Die Genfer Regierung will die Verlage um ein Treffen bitten. Waadt kündigte an, das Dossier mit besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen.
"Wir sind per Brief von den Verlagen informiert worden", sagte der Waadtländer Staatsrat Pascal Broulis am Montag. Er betonte die Bedeutung der Zeitung, die nicht nur das Genferseebecken, sondern die gesamte Westschweiz abdecke. "Le Temps" spiele auch überregional und international eine wichtige Rolle, sagte Broulis. Die Zeitung sei von sehr hoher Qualität. Broulis liess durchblicken, dass er der Methode des Verkaufs an den Meistbietenden kritisch gegenübersteht.
Die Verlage Ringier und Tamedia besitzen je 46,2 Prozent an "Le Temps". Anfang vergangener Woche hatten sie bekannt gegeben, dass sie die Zeitung verkaufen wollen. Inzwischen zeigten das Westschweizer Wirtschaftsblatt "Agefi" sowie Jean-Claude Biver, der Verwaltungsratspräsident der Uhrenmarke Hublot, Interesse. (sda)

