In Freiburg können Jugendliche seit Mai 2024 ein digitales Abo für eine Regionalzeitung ihrer Wahl beziehen. Genf hat ein ähnliches Angebot bereits seit 2023. Die Nutzung bleibt jedoch bescheiden: 2025 nahmen in Freiburg 12 Prozent der Berechtigten das Angebot wahr, in Genf liegt die Quote bei 8 Prozent, wie Radio RTS berichtet.
Philippe Amez-Droz, Medienökonomieprofessor an der Universität Genf, überraschen die Zahlen nicht. Junge konsumierten Information primär über soziale Medien. «Man kann von jungen Menschen nicht erwarten, dass sie einfach älter werden und Nachrichten konsumieren wie ihre Eltern oder Grosseltern», so Amez-Droz. Die Herangehensweise sei veraltet.
Auch der Freiburger FDP-Politiker Savio Michellod sieht das Problem nicht beim Preis, sondern beim Inhalt. Die Presse müsse sich transformieren und interaktivere, zielgerichtetere Angebote schaffen.
Die Initianten sehen die Bilanz positiver. Die Freiburger SP-Politikerin Marie Levrat bezeichnet 12 Prozent nach zwei Jahren als «schon gut». 400 Jugendliche hätten nun Zugang zu Medien, den sie vorher nicht hatten. Thomas Dayer von der Genfer Staatskanzlei spricht ebenfalls nicht von einem Misserfolg - vor dem Projekt seien die 18-jährigen Abonnenten an einer Hand abzuzählen gewesen. (spo)

