29.09.2010

Twitter

Werbekunden sollen bevorzugt werden

Problem: Microblogging-Dienst wirft noch kaum Geld ab.

Twitter hat zwar mittlerweile an die 100 Millionen User weltweit, doch trotzdem ein gewichtiges Problem: Der Kurznachrichtendienst bringt noch kaum Geld ein. Dies wollen die Betreiber nun mit einem neuen Feature für zahlende Werbekunden ändern: dem "Promoted Account", der laut Allthingsdigital bei den "Who to follow"-Empfehlungen bevorzugt werden soll. Gleichzeitig rollt Twitter gerade seinen Seiten-Relaunch aus, bei dem die Profilbilder und die Biografie wichtiger werden.

Für Werbekunden haben die "Promoted Accounts" den Vorteil, dass sie einfacher in dem Netzwerk zu finden sind und so schneller die Zahl ihrer Follower pushen können. Auch Privatpersonen dürften sich in die "Who to follow"-Listen einkaufen können. Um die "Promoted Accounts" nur relevanten Nutzern anzuzeigen, wird Twitter auf denselben Algorithmus setzen, den es bereits jetzt für die Empfehlungen benutzt, mutmasst Allthingsdigital. So sollten User nur Hinweise auf "Promoted Accounts" bekommen, denen Freunde von ihnen folgen.

Allthingsdigital geht davon aus, dass der Begriff "relevant" jedoch sehr weit gefasst wird. Wer sich also grundsätzlich für Autos interessiert, könnte Empfehlungen von Audi, Mercedes Benz oder BMW bekommen, auch wenn keiner seiner Freunde in dem Netzwerk den Herstellern folgt. Wie teuer ein solcher "Promoted Account" sein wird, ist noch nicht bekannt. Es kann aber sein, dass Twitters COO Dick Costolo heute auf der IAB MIXX Conference in New York darüber spricht. Möglicherweise kassiert der Kurznachrichtendienst für jeden Follower, den ein Werbekunde auf diese Weise bekommt.

Twitter arbeitet laut "meedia.de" noch an zwei weiteren Angeboten, um die Monetarisierung weiter vorran zu treiben: Seit April läuft das Werbeprogramm "Promoted Tweets", das zwischen normalen Suchergebnissen auch Tweets mit gekauften kommerziellen Inhalten anzeigt. Das andere nennt sich "Promoted Trends" und soll Kunden erlauben, sich in die Liste der "Trending Topics", also der am meisten diskutierten Themen, einzukaufen.

Zudem erhalten gerade immer Nutzer einen Zugang zur neuen Twitter-Website. Zu den auffälligsten Änderungen gehört der deutlich reduzierte Platz an den Seitenrändern im Browser. Laut Lostremote bleiben bei einer Auflösung von 1024 Pixeln nur rund 110 Pixel frei – sehr viel weniger als aktuell. Im Gegenzug erhöht sich der Puffer für Profilbilder und die eigene Biografie.

Der Microblogging-Dienst präsentiert sich jetzt in einem klassischen zweispaltigen Layout. Die linke Hälfte des Browserfensters stellt dann wie gewohnt die Timeline dar und auf der rechten Seite werden einzelne Tweets ausführlich gezeigt. Beim Design der neuen Seiten hat sich Twitter offensichtlich stark von seiner eigenen iPad-App inspirieren lassen. (Quelle: meedia.de)


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