"Service public oder Angst vor Überalterung? SRF schickt 50 MItarbeiter ans Openair Frauenfeld" titelt das Newsportal „watson“ einen Artikel zur SRF-Präsenz am Openair Frauenfeld.
Mit 50 Mitarbeitern deckt der Gebührensender das Festival medial ab. 15 davon sind für Produktionen für Radio SRF 3 und SRF Virus da, die restlichen 35 arbeiten an der SRF 2 Livesendung vom Samstagabend.
Das seien zu viele, zitiert watson den Medienberater Andy Lehmann. SRF wolle damit den Altersdurchschnitt seiner Zuschauer senken und Jugendliche ansprechen, das werde dem Sender aber nicht gelingen.
"Zu den Radiosendern SRF 3 und SRF Virus passt das Festival-Engagement", sagt er. Die Zielgruppe stimme, durch Präsenz vor Ort könne SRF seine Hörer an die Sender binden.
Mit der Live-Sendung werde der TV-Sender aber keinen einzigen neuen jungen Zuschauer gewinnen. Die Jungen seien an einem Samstagabend im Ausgang und seien ohnehin nicht mehr mit festen Sendezeiten abzuholen. Aufwand und Ertrag stünden in keinem Verhältnis, so Lehmann.
Sind 35 TV-Leute für eine Live-Produktion wirklich überrissen? Jugendliche seien "wenn schon, mit Konzertmitschnitten, – nicht live – die sie auf Online-Plattformen abrufen und dann selber bestimmen können, wann sie sich diese anschauen wollen" zu holen, ist Lehmann überzeugt.
Aber auch Onlinebeiträge gestalten sich nicht von alleine. Die genannten 35 Mitarbeitenden bestehen aus TV-Technikern, SRF-Redaktoren, Regisseur, Moderatoren sowie aus Online-Redaktoren, die für die Produktion der täglichen Konzert-Livestreams von Donnerstag bis Samstag sowie Video on Demand zuständig sind, sagt SRF-Mediensprecherin Saski Wegmann auf Anfrage von persoenlich.com
SRF sei jedes Jahr an den grossen Openairs präsent. "Für eine 90minütige TV-Livesendung und die Livestream- bzw. Video-on-Demand-Produktion ist das insgesamt eine eher bescheidene Anzahl Mitarbeitende."
Aufwand und Ertrag stünden deshalb in einem angemessenen Verhältnis: "Auch weil wir der immer beliebter werdenden zeitversetzten TV-Nutzung Rechnung tragen: Die ganze Sendung ist nach der Ausstrahlung online verfügbar – zeitlich unbeschränkt", so Wegmann. (lcv)
Bild: Keystone

