Herr Caplazi, Sie arbeiten als Leiter der Sportredaktion mit einem 20-Prozent-Pensum. Wie meistern Sie das stressige Sportjahr?
Ich bin Leiter der Sportredaktion und Moderator.
Für den Sport habe ich in der Tat ein 20-Prozent-Pensum. Das ist aber nicht in Stein gemeisselt.
Bei entsprechender Belastung kann ich auch mehr Tage für den Sport einsetzen. Immer vorausgesetzt, wir planen gut und genügend weitsichtig. Bisher gelingt uns dies gut und so komme ich bestens klar.
Ich liebe den Sport und deshalb auch solche Jahre wie 2014.
Welchem Event schenkt Radio 24 bei der Berichterstattung am meisten Aufmerksamkeit?
Wir schicken sowohl an die Olympischen Spiele in Sotschi als auch an die Fussball-WM in Brasilien je eine Reporterin.
Unseres Wissens sind wir das einzige Schweizer Privatradio, das diesen Aufwand betreibt.
Besonderen Wert legen wir dabei auf sogenannte Sidestorys, in welchen wir auch die Länder und Menschen vorstellen wollen.
In Zürich wird die Sportredaktion während dieser Grossevents heiss laufen.
Unsere Hörer werden natürlich auch mit sämtlichen sportlichen Informationen versorgt werden.
Stellen Sie für die Dauer der Anlässe jeweils zusätzlich Leute ein?
Das ist nicht nötig. Mit einer weitsichtigen Planung können wir unsere Mitarbeiter entsprechend einteilen.
Welche Probleme werden auf die Journalisten in den verschiedenen Austragungsorten zukommen?
Das wird sich zeigen. Sicher ist, dass wir als sogenannter Non-Right-Holder erheblich mehr Aufwand betreiben müssen, um an interessante Persönlichkeiten zu gelangen.
Eine rein sportliche Berichterstattung ist somit weder aus Russland noch aus Brasilien möglich.
Brasilien und Russland sind ja nicht gerade um die Ecke. Auf welche technischen Probleme stellen Sie sich ein?
In Sotschi wird die Infrastruktur hervorragend sein, da machen wir uns keine Sorgen.
Da wir in Brasilien nicht aus dem Lager der Schweizer Nati berichten, sondern auf eigene Faust durchs Land reisen, sind auch technische Herausforderungen zu erwarten. Allerdings benötigen wir mittlerweile nicht mehr als eine stabile Internetverbindung und hoffen, dass das technische Material wie Mikrofon und Laptop keinen Schaden nimmt.
Dann sollte auch in Brasilien alles klappen.
Das Jahr 2014 ist eines voller sportlicher Grossanlässe. Egal ob als Berichterstatter oder Konsument, auf welchen freuen Sie sich besonders?
Ich werde mit meinen Lieblings-Sportarten bedient.
Olympische Medaillen im Alpinen Skisport, ein Olympisches Eishockeyturnier, gespickt mit vielen NHL-Cracks: Das sind riesige Highlights für mich.
Und eine Fussball-WM - gerade in einem Land wie Brasilien- ist das Grösste, was es gibt.
Ich werde einen Monat lang kaum auf Themen ausserhalb des Fussballs anzusprechen sein.
Ich freue mich auf das gemütliche Zusammensein mit Freunden und das Fachsimpeln.
Inwiefern fuchst es Sie, dass Sie die tollen Events nicht als reiner Fan geniessen können?
In der Tat ist es nicht immer einfach zu arbeiten, wenn sportlich die Post abgeht.
Aber gleichzeitig bin ich während dieser Zeit auch ein bisschen Teil des Ganzen und das ist ja dann auch wieder schön. Gegenfrage: Welcher arbeitende Mensch kann beispielsweise während der Olympischen Spiele in Sotschi so viel Sport schauen wie ich?
Zum Schluss noch ein Expertentipp: Wer wird Fussball-Weltmeister?
Ich tippe auf Deutschland oder Spanien.
Interview: Marco Lüthi, Bild: zVg
Wie das SRF die Herausforderung im Sportjahr meistert.

