24.01.2023

CH Media Academy

«Wir sind das Start-up innerhalb der Firma»

Zum ersten Mal in der Geschichte der CH Media Academy hat ein Jahrgang abgeschlossen. 15 Volontärinnen und Volontäre erlernten das journalistische Handwerk von Radio, TV und Online. Ausbildungsleiter Dominik Widmer über Talente, Traumjobs und Theater.
CH Media Academy: «Wir sind das Start-up innerhalb der Firma»
«Es macht richtig Spass, in einem so grossartigen Team etwas Neues zu erschaffen», so Dominik Widmer, Leiter der CH Media Academy. (Bild: Daniel Künzli)
von Christian Beck

Herr Widmer, der erste Jahrgang der CH Media Academy hat abgeschlossen. Wie fühlt sich das für Sie an?
Wir sind enorm stolz. Unsere Absolventinnen und Absolventen haben knapp zwei Jahre lang täglich bewiesen, dass sie zu den besten Nachwuchstalenten der Deutschschweiz zählen. Und wir sind gemeinsam mit ihnen gewachsen. Unser erster Jahrgang hat die CH Media Academy mitgeprägt. Sie haben dazu beigetragen, dass wir heute hier stehen, wo wir sind: ein professionelles Ausbildungsprogramm mit dem Ziel, junge Talente zu fördern und ihre Kompetenzen zu stärken – so dass die Bedingungen erfüllt sind, den Traumjob zu finden.

15 Volontärinnen und Volontäre starteten im März 2021 (persoenlich.com berichtete). Haben alle bestanden? Oder kann man die Ausbildung nur bestehen?
Alle haben bestanden. Es ist uns ein Anliegen, dass wir während der Ausbildungszeit mit unseren Volontärinnen und Volontären gemeinsam herausfinden, wo ihre Talente liegen und in welchen Tätigkeiten sie sich weiterentwickeln möchten. Ich sehe es also auch als einen Teil meiner Verantwortung an, gemeinsam mit meinem Academy-Team unsere Talente so zu fördern, dass sie die Ausbildungszeit erfolgreich abschliessen können.

Am Montag war die Abschlussfeier. Wie war es?
Fulminant. Eine feierliche Zeremonie mit bewegenden Reden von Geschäftsführer Entertainment Roger Elsener, Chief HR Officer Lydia Zollinger und Volontärin 21/22 Lea Hilff. In Anwesenheit von Eltern, Freundinnen und Freunden, insgesamt rund 60 Personen, erhielten die Talente feierlich ihre Diplome überreicht. Und ich habe die aufgelegte Analogie zu unserem Teamevent vergangenen Herbst gezogen. Da waren wir beim River Rafting. Wir haben uns wie mit der CH Media Academy alle ins kalte Wasser gestürzt, sind während der Ausbildungszeit alle in einem Boot gesessen und mussten teilweise stark rudern. Aber wir haben es geschafft. Alle.

«Die CH Media Academy ist der Start in eine journalistische Karriere bei CH Media»

Ein häufiges Problem von Praktika und Volontariaten ist, dass im Anschluss keine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit besteht. Wie sieht es bei den 15 Absolventen aus?
Die CH Media Academy ist der Start in eine journalistische Karriere bei CH Media. Neben der kompetenten Ausbildung war eines der Hauptziele, dass alle unsere Talente nach der Academy eine feste Anstellung erhalten. Und tatsächlich: Von 15 gestarteten Volontärinnen und Volontäre sind heute alle 15 in irgendeiner Form bei CH Media tätig. Die meisten arbeiten immer noch am selben Standort, wo sie ihre Ausbildung absolvierten – meist bei zwei oder sogar allen drei verschiedenen Vektoren. Es ist schön zu wissen, dass alle einen für sie passenden Job im Entertainment-Haus von CH Media gefunden haben.

Rückblickend auf die letzten zwei Jahre – was war Ihr persönliches Highlight?
Zu den Highlights gehören sicherlich die vielen verschiedenen lehrreichen Module – geleitet von unseren diversen Dozenten, wie zum Beispiel Beatrice Müller zum Thema Aussagewunsch, Hugo Bigi zum Thema Gesprächsführung oder Sabine Meyer zum Thema Podcasting. Auch haben wir gemeinsam mit unseren Talenten ein internes Talkformat entwickelt, wo sie vor der Livekamera Sportchefin Steffi Buchli, Werber des Jahres David Schärer oder Filmkritiker Alex Oberholzer interviewen, um so einerseits Interviewerfahrung zu sammeln und anderseits den CH-Media-Mitarbeitenden via Teams-Webstream einen interessanten Mittag zu bereiten.

Gab es auch Rückschläge?
Die CH Media Academy hat sich mit diesem ersten Jahrgang weiterentwickelt. Uns im Academy-Team waren stets die Meinung und Feedbacks der Volontärinnen und Volontären wichtig und wir haben auch immer mal wieder das Programm angepasst, wenn wir merkten, dass die Bedürfnisse und der Wissensdurst woanders liegen als zuerst angenommen. Natürlich gab es auch ein paar wenige Module, die wir ausprobierten und beim nächsten Mal anders machen würden.

«Unsere Ausbildung darf sich stets weiterentwickeln»

Sie mussten also an den Stellschrauben drehen, um die künftige Ausbildung anzupassen …
Meiner Meinung nach ist nichts statisch: Unsere Ausbildung darf sich stets weiterentwickeln und sich den aktuellen Umständen anpassen.

Was macht die CH Media Academy besser als beispielsweise ein MAZ oder die ZHAW?
Ehrliche, tägliche Praxiserfahrung. Es ist wie beim Theater: Natürlich kann ich ein Stück proben und den Text lernen. Solange ich keinen Bezug zum Publikum habe und nie eine Aufführung – also den Ernstfall selbst – erlebe, bleibe ich eine Art Theoretiker. Unsere Ausbildung ist ein professionelles Learning by Doing. Unsere Volontärinnen und Volontäre arbeiten direkt im Tagesgeschäft mit, übernehmen sehr früh Verantwortung, erstellen Beiträge, schreiben Artikel und vertonen Radiomeldungen. Begleitet durch ein individuelles Coaching und die grundsätzlichen Lerneinheiten macht sie das sehr schnell zu Profis auf ihrem Gebiet. Und natürlich ist es schön, wenn man zusammenarbeiten kann: So haben wir nun im nächsten Ausbildungsjahr eine Kooperation mit dem MAZ und führen ein paar Veranstaltungen mit ihnen zusammen durch.

«Diese Trimedialität ist natürlich ein grosses Plus unserer Ausbildung»

Ihre Schützlinge sind konvergenztauglich ausgebildet. Könnten hier andere Schulen von Ihnen lernen?
Diese Trimedialität ist natürlich ein grosses Plus unserer Ausbildung. Bei der CH Media Academy arbeiten unsere Talente abwechslungsweise bei allen drei Redaktionen mit: Online, Radio und TV. Somit erlernen sie einerseits das Handwerk auf allen Vektoren und anderseits das Verständnis gegenüber Kolleginnen und Kollegen auf den anderen Redaktionen. Das ist für die Zusammenarbeit im Newsroom äusserst wertvoll und effizient.

Es gibt nicht nur einen Fachkräftemangel, häufig ist es mittlerweile auch schwierig, Nachwuchs zu finden. Haben Sie kein Nachwuchsproblem?
Wir fühlten uns sehr privilegiert, dass wir 40 tolle Bewerberinnen und Bewerber an den Academy Talent Day im letzten Herbst einladen durften. Das sind gleichviel wie vor gut zwei Jahren. 18 Plätze hatten wir für den kommenden Jahrgang zu vergeben. Ich glaube, gerade weil wir mit viel Herzblut und Engagement unsere CH Media Academy weiterentwickeln, kommt sie auch sehr gut bei den jungen Menschen an. Als wir für den Academy Day die Werbetrommel rührten und auf der Suche nach guten Bewerbungen waren, haben die aktuellen Volontärinnen der Academy selbst mitgeholfen, Werbung zu machen. Was gibt es für ein schöneres Zeichen.

18 statt bisher 15 Auszubildende. Gewachsen ist offenbar auch das Academy-Team. Verraten Sie mir mehr …
Wir waren zu viert, als wir vor zwei Jahren die Academy gestartet hatten. Mittlerweile sind wir neun Personen und an allen unseren sechs CH-Media-Standorten vertreten, um die Volontärinnen und Volontäre der Academy zu begleiten und zu betreuen.

Und in die Rolle als «Lehrer» konnten Sie sich gut einleben in den zwei Jahren?
Ich bin ja nur selten «Lehrer». Unsere Academy profitiert von einem riesigen Know-how von internen Kolleginnen und Kollegen, aber auch immer wieder von externen Topprofis. Wenn wir uns den Begrifflichkeiten eines Schulkontexts bedienen, wäre ich wohl eher Schulleiter oder Rektor; eine höchst interessante und abwechslungsreiche Rolle. Und es macht richtig Spass, in einem so grossartigen Team etwas Neues zu erschaffen. Wir sind eine Art Intrapreneurs der CH Media: das Start-up innerhalb der Firma.

«Ich merke erst jetzt, wie ich dank genügend Schlaf einiges fitter sein kann»

Sie selber waren lange Jahre Morgenshow-Host bei Radio 24. Wie fühlt es sich an, morgens nun ausschlafen zu können?
Obwohl das Radiomachen immer eine Leidenschaft war, fehlt mir das frühe Aufstehen tatsächlich nicht. Ich merke erst jetzt, wie ich dank genügend Schlaf einiges fitter sein kann. Und das bewährt sich. Wir sind voll in der Vorbereitung des nächsten Jahrgangs der CH Media Academy, der am 1. Februar startet.

Sie haben vorher das Theater erwähnt. Sie stehen neu auf der Bühne des Theaters am Hechtplatz in Zürich. Wie läuft es?
Die Premiere war ein voller Erfolg. Wir sind überglücklich, dass das Stück «Vier werden Eltern» so gut bei den Zuschauenden ankommt. Es macht richtig grossen Spass. Zum Glück: Wir spielen es ja noch bis im Mai – am Theater am Hechtplatz und den Kammerspielen Seeb. Und ich freue mich über jede persoenlich.com-Leserin im Publikum.



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