Das «Young Swiss Magazine» hat den Betrieb im Sommer 2016 eingestellt. Dies tweetete Nick Lüthi, Leiter von medienwoche.ch.
Eine weitere Publikation der Generation Y macht dicht: das Young Swiss Magazin ist im Juni letztmals erschienen https://t.co/trV8d6Yqbs
— Nick Lüthi ✎ (@nick_luethi) 31. Oktober 2016
Auf Nachfrage von persoenlich.com bestätigt Carole Barmettler, Chefredaktorin und Leiterin Medien der Plattform Young Swiss, die Einstellung der Magazin-Produktion im Juni. Die Auflage betrug bis zur Ausgabe 08 im Jahr 2015 200'000. Da die Partnerschaft mit der Mobiliar, welche Young Swiss bis 2015 als Hauptpartnerin unterstützte, nicht weitergeführt wurde, verkleinerte sich die Auflage bei den Heften 09 und 10 auf 30'000. Insgesamt erschienen nur zehn Magazine.
Die Organisation und das Geschäftsmodell von Young Swiss besteht in dieser Form seit den 90er-Jahren. Hauptsächlich war Young Swiss bisher ein Member-Club mit Website, Webshop und Events. Es gab seit jeher ein Magazin, welches allerdings bis 2014 ein Verkaufs- und Rabattkatalog mit viel Partnerwerbung war. Vor zwei Jahren wurde daraus die journalistische Zeitschrift von Jungen für Junge. Der redaktionelle Teil des «Young Swiss Magazine» wurde von aufstrebenden Schweizer Autoren, Redaktoren, Fotografen und Illustratoren der Generation Y produziert. Sie wollten aktuelle Lebensaspekte beleuchten, positive Perspektiven aufzeigen und «ehrliche Geschichten vom Erwachsenwerden» erzählen. Zudem bot das Magazin Vorteilsangebote und Verlosungen.
Bereits ein Jahr nach dem Start wurde der Auftritt des Magazins erneuert. Barmettler sagt dazu: «Das Motto lautete: Weniger Beliebigkeit und Werbung, dafür mehr Qualität und Exklusivität. In den vergangenen Monaten mussten wir enttäuscht feststellen, dass einerseits keine ausreichende Nachfrage für unser Angebot besteht und andererseits die finanziellen Mittel fehlen, um weiterhin an unserer Ausrichtung zu feilen.»
Auf die Frage nach dem Grund für das Scheitern antwortet die Chefredaktorin: «Meines Erachtens ist nicht die Publikation gescheitert, sondern das Geschäftsmodell. Ich glaube es ist wichtig zu beachten, dass das ‹Young Swiss Magazine› keine ‹eigenständige› Publikation war, sondern als inspirierendes ‹Plus› für Member funktionierte.» Entsprechend sei das Magazin in ein komplexes Gefüge eingebunden und von diversen Faktoren abhängig gewesen.
Young Swiss Lab mündet in Nachfolge-Agentur
Young Swiss macht Marketing-Kommunikation im Hinblick auf junge Zielsegmente. Einerseits entwickelt die Organisation Kommunikationsmassnahmen, andererseits beraten sie Kunden in Marketingfragen (Young Swiss Lab). Während Young Swiss kommerziell gescheitert ist, ist Young Swiss Lab bisher erfolgreich. Darum wird dieser Bereich erhalten bleiben – wenn auch in anderer Form. Daraus wird eine Nachfolge-Agentur entstehen. «Der neue Name ist noch nicht spruchreif», sagt Barmettler auf Nachfrage. Ein Teil des gegenwärtig noch neunköpfigen Teams – fünf Personen wurden per Ende September bereits entlassen – wird ab 2017 unter neuem Namen die Aufträge des Young Swiss Lab übernehmen.

