05.09.2011

Wemf

Zeitungen der Wirtschaft leiden

Onlineplattformen bei Anlegern im Trend.

Die Deutschschweizer Wirtschaftszeitungen haben im letzten Jahr Leserinnen und Leser verloren. Die Wirtschaftskrise wie auch die zunehmende Bedeutung der Online-Wirtschaftsportale machten der Wirtschaftspresse das Leben schwer. Die "Finanz und Wirtschaft" wurde zwischen April 2010 und April 2011 im Durchschnitt von 108'000 Personen gelesen, wie die am Dienstag veröffentlichte Erhebung der Wemf für Werbemedienforschung zeigt. Im Vergleich zur Vorperiode verlor die Wirtschaftszeitung damit 11 Prozent ihrer Leser. Die "Bilanz", die auflagenstärkste Wirtschaftspublikation, musste einen leichten Leserrückgang hinnehmen (197'000/-1 Prozent). Die Leserzahlen der "Handelszeitung" schrumpften um 5 Prozent auf 131'000.

Ein Grund für die Entwicklung sieht die Herausgeberin der am stärksten betroffenen "Finanz und Wirtschaft", Tamedia, in der Wirtschaftskrise: "Die Leserschaft der 'Finanz und Wirtschaft' entwickelt sich ähnlich wie die Börse", hiess es beim Verlagshaus auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sei das Umfeld an den Finanzmärkten positiv, werde es auch für viele Privatanleger interessant, an der Börse zu investieren. Dafür benötigten die Leute entsprechende Informationen, welche die Finanzpresse biete. "Ist das Umfeld schlecht, steigen diese Leser eher aus und warten ab", erklärte Tamedia- Sprecherin Eliane Gräser. Dann entwickelten sich die Leserzahlen negativ.

Internet im Trend

Weiter würden Onlineplattformen als Informationsquelle für Anleger immer wichtiger, sagte Gräser. Um mit dieser Entwicklung im Internet Schritt zu halten, will auch Tamedia ihre Wirtschaftszeitung weiterentwickeln: Ein Projektteam erarbeite zurzeit ein Konzept. Die Kernleserschaft der "Finanz und Wirtschaft" - die institutionellen Anleger sowie die versierten Privatanleger - sei aber nach wie vor stabil, schreibt Tamedia. (sda)


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