13.05.2016

SRF

Zu hohe Gebühren, zu viel Werbung und Ruedi Matters Lohn

Bei «Hallo SRF!» stellte sich der SRF-Direktor am Donnerstag zum zweiten Mal den Publikumsfragen – diesmal im Radiostudio. Welche heiklen Themen kamen auf den Tisch? Und wie gab sich Ruedi Matter am Mikrofon? persoenlich.com hat reingehört.
SRF: Zu hohe Gebühren, zu viel Werbung und Ruedi Matters Lohn

Nach der Premiere im November strahlte SRF am Donnerstag die zweite Ausgabe von «Hallo SRF!» aus. Erneut ging es darum Fragen, Kritik und Wünsche des Publikums aufzunehmen. Und erneut antwortete Ruedi Matter spontan, da er die Fragen im Vorfeld nicht kannte.

Im Namen der Zuschauer sitzt dem SRF-Direktor «Forum»-Moderatorin Simone Hulliger gegenüber (im Bild unten). Die Redaktion habe eine Auswahl aus den eingegangenen Fragen getroffen, die viele Hörerinnen und Hörer bewegen, erklärt sie kurz vor Beginn des Livetalks auf SRF 1 und SRF News.

Um kurz nach 10 Uhr erklingt schliesslich Ruedi Matters Stimme am Mikrofon. Bei den ersten Fragen geht es ums das Kinderprogramm und die Musikauswahl. Der erste Anrufer bemängelt, dass die Kindersendung «Zamboo» direkt auf das «Echo der Zeit» folge, und er dadurch gezwungen sei, umzuschalten. Warum so viel Musik in englischer Sprache zu hören sei - vor allem zu Weihnachten, fragt der nächste Anrufer. Und einem weiterem Radiohörer passt die Countrysendung am Sonntagabend nicht.

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Gehässige Fragen

15 Minuten nach Sendungsbeginn kommt das erste heikle Thema zur Sprache: Die Billag-Gebühren. Das Finanzierungsmodell sei nicht verbraucherorientiert, kritisiert ein Student, dem die künftigen 400 Franken im Jahr zuviel sind. Er plädiert für eine Abgabe in Form einer Steuer. Er sei gegen diese Variante, kontert Matter, und begründet dies mit der Abhängigkeit vom Parlament, welches bei einer Steuer den Betrag für das öffentlich-rechtliche Angebot Jahr für Jahr neu bestimmen könne. Ein weiterer Anrufer beanstandet die Werbung im Fernsehen, die immer länger dauere. Matter erklärt ihm freundlich, aber bestimmt: «Wenn wir diese Einnahmen nicht hätten, würden die Gebühren steigen.»

Während Matter von vielen Anrufern generell Zuspruch für das Programm («Echo der Zeit») und die Moderatoren (Sven Epiney und Mario Torriani) zu hören bekommt, sind auch einige mit gehässigem Unterton am anderen Draht. Etwas genervt fragt ein Herr, weshalb man bei SRF hauptsächlich «EU-freundliche und meistens politisch links stehende Journalisten» beschäftigen würde. Ein weiterer kritisiert den «grassierenden Feminismus» auf den SRF-Kanälen. Matter bleibt locker und verweist auf die publizistischen Leitlinien, an die sich alle SRF-Angestellten halten müssten.

Die Frage nach dem Lohn

Generell gibt sich Matter nahbar. In der Sendung verrät er, dass er früher Mitglied in der Blasmusik war, und dort nicht weiter kam, weil er zu wenig geübt hatte. Diese Niederlage habe er nun wohl im späteren Leben überkompensieren müssen, weshalb er Chef geworden sei, witzelt er live am Mikrofon. Auch als ihn ein Anrufer fragt, wie er gegenüber seinen Mitarbeitern seinen x-fach höheren Lohn rechtfertige, bleibt er gelassen. «Ich verdiene mit rund 400’000 Franken im Jahr weniger als andere Manager in diesem Land und nicht mehr als andere Geschäftsleiter im Unternehmen», antwortet er. Und er sei damit zufrieden.

Auf die Abschlussfrage von Hullinger, was er aus der Sendung nun mitnehme, antwortet er: «Ich spüre, dass wir bei der Detailpflege noch etwas zulegen können.» Und auch bei der Selbstvermarktung zeigt er sich einsichtig. Mehrere Anrufer hatten die häufigen Verweise auf das Online-Angebot von SRF sowie die Einspieler zu den jeweiligen Radioprogrammen kritisiert.

Für den Fall, dass Matter nicht in allen Themen sattelfest ist, standen ihm drei Fachpersonen zur Seite. Dies waren Michael Schuler, Leiter der Fachredaktion Musik beim SRF, Christian Zeugin, Moderationsleiter bei Radio SRF sowie die Publizistische Leiterin von Radio SRF, Heidi Ungerer. Häufig brauchte Matter ihre Unterstützung allerdings nicht.

In knapp sechs Monaten, nämlich am 30. November, wird die dritte Ausgabe von «Hallo SRF!» ausgestraht – dann wieder am Fernsehen.


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KOMMENTARE

Karl Stauffer-Jost
15.05.2016 09:25 Uhr
Matt - Matter - SRF!
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