Sein Ziel war es nie, einen Sitz im Nationalrat zu gewinnen, das hat er von Beginn weg klargemacht. Er wollte der Nidwaldner Bevölkerung eine Wahl ermöglichen, das waren die Beweggründe für die Nationalratskandidatur von Andreas Fagetti.
Der WOZ-Journalist war der einzige Herausforderer von SVP-Nationalrat und "Weltwoche"-Redaktor Peter Keller. Für die Wahl gereicht hat es – wie zu erwarten – trotzdem nicht. Mit 82,8 Prozent der Stimmen wurde Keller problemlos wiedergewählt. Dennoch ist Fagetti zufrieden mit seiner Kandidatur. "Ich wollte eine Wahl ermöglichen und es hat sich gezeigt, dass sich nicht alle Nidwaldner von Peter Keller vertreten fühlen", sagt Fagetti gegenüber persoenlich.com.
In der Tat konnte der WOZ-Redaktor – für manche Beobachter überraschen – 2776 Stimmende von sich überzeugen, was 17,2 Prozent entspricht. Seinen sechs Wochen dauernden Wahlkampf beschreibt Fagetti als "interessant". Er, der nie die Öffentlichkeit suchte, stand nun plötzlich im Rampenlicht. "Es war eine neue Erfahrung, selber in den Medien vorzukommen."
Eine weitere Kandidatur für ein politisches Amt schliesst Fagetti aus. "Ich sehe mich als politischen Journalisten und nicht als Politiker." Bei einer gewonnenen Wahl hätte er seinen Beruf jedoch aufgegeben, versprach er anfangs September. Ganz unpassend komme seine Wahlniederlage deshalb nicht, gibt er zu: "Ich kann mit dem Resultat gut leben, denn ich liebe meinen Beruf." (ruh)
Bild: Florian Bachmann

