17.08.2026

BrainE4

20 Minuten testet neues Dialogtool

Das Zuger Technologieunternehmen hat für das Newsportal einen Bürgerdialog zur Familienpolitik ausgewertet und nutzt das Projekt für den eigenen Markteintritt. 1758 Personen beteiligten sich am Bürgerdialog.

Im Bürgerdialog «Deine Schweiz. Deine Familie.» von 20 Minuten und BrainE4 konnten Teilnehmende eigene Ideen zur Familienpolitik einbringen – vor dem Hintergrund der sinkenden Geburtenrate in der Schweiz. Die Teilnehmenden reichten dazu 1635 Ideen ein und bewerteten diese gegenseitig. Am höchsten gewichtet wurde die Forderung, ein Einkommen solle für eine Familie reichen. Dahinter folgen der Wunsch nach Teilzeitarbeit ohne berufliche Nachteile, einem längeren Mutterschaftsurlaub sowie dem Ausgleich von Vorsorgelücken durch Betreuungsarbeit. Auch die Krankenkassenprämien werden mehrfach als Belastung genannt.

Beim Verfahren treten laufend zwei anonym eingereichte Argumente gegeneinander an; ein Algorithmus errechnet daraus eine Rangfolge. Entwickelt wurde es in einem Innosuisse-Projekt mit zwei Professoren der Ostschweizer Fachhochschule OST, die zugleich Partner des Unternehmens sind.

Laut Mitteilung erlaubt das Format «repräsentative Aussagen zur Gesamtbevölkerung». 20 Minuten selbst spricht im Ergebnisartikel zurückhaltender vom Dialog «mit der 20-Minuten-Community». Die Teilnehmenden meldeten sich selbst an, eine Zufallsstichprobe liegt nicht vor. Gründer und CEO Andreas Seonbuchner lässt sich mit den Worten zitieren, man habe die Menschen «nicht abgefragt, sondern argumentieren und selbst priorisieren lassen»

20 Minuten veröffentlichte am 15. August einen Artikel zu den Ergebnissen; die detaillierte Auswertung ist auf der Plattform von BrainE4 einsehbar.

Die BrainE4 International AG mit Sitz in Cham ist seit August 2023 im Handelsregister des Kantons Zug eingetragen. Gegründet hat sie Andreas Seonbuchner, der die Firma als CEO führt. Das Unternehmen verkauft sogenannte Schwarm- oder Stakeholder-Dialoge, bei denen Mitarbeitende, Kunden oder die Bevölkerung anonym Argumente einreichen und gegeneinander abstimmen. Nach eigenen Angaben hat sich das Verfahren bereits in über 60 Organisationen bewährt, darunter bei Denner und beim Medizinaltechnikunternehmen Medartis.

Laut Mitteilung war der Bürgerdialog die erste öffentliche Anwendung des Verfahrens im Schweizer Medienmarkt und habe damit erstmals auf nationaler Ebene und unter öffentlicher Beobachtung Bestand gehalten. (pd/nil)


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