Eingeladen hatte die Nordwestschweizerische Public Relations Gesellschaft (NPRG), eine von sieben Regionalgesellschaften von PR Suisse. Rund 80 Gäste fanden sich am Donnerstagabend auf dem Helvetia Campus in Basel ein. Der Titel des Anlasses lautete «‹Klimawandel› in der Medienlandschaft – zwischen Sentimentalität, Überleben und Innovation».
Im Einstiegsreferat beschrieb Tanja Hollenstein, Präsidentin von PR Suisse, die Lage der Branche. Big Tech spiele nicht mehr nur mit, sondern bestimme die Spielregeln selbst. Den Medien empfahl sie, Neugier zu wecken, den Dialog zu fördern und Technologie einzubinden.
Auf dem Podium sassen Nina Jecker (Basler Zeitung), Patrick Marcolli (BZ Basel), Niccolo Brunetti (Bajour) und Mark Eisenegger, Professor an der Universität Zürich. Moderiert wurde die Runde von Nadine Kunz. Einig waren sich die Teilnehmenden gemäss Mitteilung der NPRG, dass Journalismus auf Augenhöhe mit der Leserschaft stattfinden und mitunter auch unterhalten müsse. Jecker betonte, Journalismus müsse gerade jungen Menschen Spass machen.
Für das Publikum aufschlussreich war Marcollis Blick zurück. Die stärkere Ausrichtung auf die Leserschaft habe die Relevanz gesteigert, heute entschieden Redaktionen eher nach journalistischem Instinkt. Früher, mit mehr Ressourcen, hätten sie häufiger Medienkonferenzen besucht, was zu Verlautbarungsjournalismus geführt habe. Eisenegger hielt dagegen, dass die Vielfalt durch sinkende Ressourcen und die Konsolidierung abgenommen habe. Immer mehr Medien berichteten über dieselben Themen aus derselben Perspektive.
Auch bei der direkten staatlichen Förderung gingen die Meinungen auseinander. Brunetti verwies darauf, dass es für Onlinemedien keine staatliche Unterstützung gebe, Marcolli lehnte eine direkte Förderung ab. Zur wachsenden Zahl von Menschen, die kaum noch Nachrichten nutzen, erklärte Brunetti, Bajour gehe in die Gemeinden und spreche mit der Bevölkerung über deren Anliegen. Eisenegger sah die Stärke der Medien gegenüber künstlicher Intelligenz darin, dass sie neue Daten schaffen. Solange der Journalismus das tue, habe er eine Zukunft. (pd/cbe)



